Mädchen in Uniform

Von Christa Winsloe

Das strenge System einer Erziehungsanstalt, geprägt von preußischen Tugenden wie Gehorsam und Disziplin, wird durch die Sprengkraft der Liebe in seinem Betrieb gestört, letztlich in seinen Grundfesten aber nicht erschüttert.

Manuela von Meinhardis, Offizierstochter und Halbwaise, kommt neu auf eine Internatsschule, die von der strengen Oberin mit harter Hand geleitet wird. Einzig die junge Lehrerin Fräulein von Bernburg gibt den Mädchen Wärme und Menschlichkeit. Sie versucht, sie als Individuen zu sehen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Schülerinnen für diese Lehrerin schwärmen, wie sie es sonst nur für Filmschauspieler tun. Aber was nicht sein darf, das kann nicht sein. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. Am Ende bleibt das System unangetastet – aber zu welchem Preis?

Christa Winsloes Drama über die Liebe einer Internatsschülerin zu ihrer Lehrerin wurde 1930 in Leipzig uraufgeführt und aufgrund des großen Erfolgs schon 1931 ein erstes Mal sowie 1958 mit Romy Schneider in der Hauptrolle ein zweites Mal verfilmt.

In ihrer Annäherung an das Stück will die Regisseurin Mareike Mikat nach dem „Meinhardissyndrom“ in der heutigen Zeit suchen. Wie lässt sich weibliche Individualität immer wieder behaupten? Trägt nicht eine jede ihre Manuela von Meinhardis mit sich herum?

                                             Johannes Kirsten

mit Rosalind Baffoe, Natalia Belitski, Artemis Chalkidou, Ellen Hellwig, Lisa Jopt, Emma Rönnebeck, Birgit Unterweger

Regie: Mareike Mikat
Raum: Susanne Münzner
Ausstattung: Maike Storf
Musik: Friederike Bernhardt
Dramaturgie: Johannes Kirsten

Dauer: 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause

Weiteres Material unter Denken+Handeln.