Vielleicht – vielleicht auch nicht

von Gabriele D’Annunzio

Brescia 1909. Eine Flugschau, die Geschichte macht. Männer mit kuriosen Flugapparaten brechen Höhenrekorde. Es sind die bedeutendsten Flieger ihrer Zeit. Eine neue Elite bildet sich und ein alter Mythos scheint mit den Mitteln moderner Technik realisierbar. Der Traum, die Grenzen des menschlichen Körpers zu überwinden, Zeit und Raum zu beherrschen.
Die absolute Freiheit.
Unter den begeisterten Massen im Publikum: Franz Kafka, Max Brod und Gabriele D’Annunzio. Der vollendet im selben Jahr seinen letzten Roman: „Vielleicht – vielleicht auch nicht“.

1909 ist auch das Jahr, in dem Filippo Tommaso Marinetti sein futuristisches Manifest publiziert. Die Menschheit an der Schwelle zur Moderne. Die vehemente Forderung nach einer neuen Zukunft im Einklang zum Fortschritt. Der Schrei nach der Vernichtung der bürgerlichen Kultur des 19. Jahrhunderts, die angesichts der rasenden technologischen Entwicklungen überholt erscheint. Mut, Tatkraft, Entschlossenheit sind die zentralen Schlagworte, gerichtet gegen die morbid-dekadente Erschöpfung der Jahrhundertwende.
Ein neuer Menschentypus soll geschaffen werden: ein technisch-menschliches Mischwesen, das absolut souverän über Zeit und Raum herrscht. Der Flieger als moderner Kämpfer, als neuer Übermensch. Es sind die Vorboten einer Vision, die im Faschismus ästhetisch und politisch zur Vollendung gelangen.

                                         Christoph Wirth

mit Manolo Bertling, Sebastian Grünewald, Guido Lambrecht, Sarah Sandeh, Henrike von Kuick

Regie: Martin Laberenz
Konzeptioneller Mitarbeiter: Christoph Wirth
Bühne: Susanne Münzner
Kostüme: Adriana Braga Peretzki
Video: Matthias Petzold
Dramaturgie: Michael Billenkamp

Dauer: 1 Stunde 55 Minuten


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