Idioten

von Lars von Trier

Wer definiert, was normal ist und was unnormal? Normal ist landläufig das, was die Mehrheit repräsentiert. In „Idioten“ unternimmt eine Gruppe von Menschen den Versuch, sich dem Diktat der Masse zu entziehen. In einer alten Villa im wohlhabenden Örtchen Sölleröd haben sie sich zu einer Kommune zusammengeschlossen, um von dort aus ein Experiment zu starten. Das Ziel: An die eigenen Grenzen gehen, sich die Freiheit nehmen, so zu sein, wie man es gerade möchte, ungeachtet gesellschaftlicher Konventionen. Sie spielen Behinderte, lassen sich gehen und konfrontieren ihre Umwelt mit Idiotien, die jeder mit sich herumträgt. „Idioten sind die Menschen der Zukunft“, heißt es bei Lars von Trier, letztlich aber hat niemand den Mut, das Experiment in aller Konsequenz zu leben. Die Bequemlichkeit bürgerlicher Existenz will niemand aufgeben. Einzig Karen, die als Letzte zur Gruppe stößt, gibt sich dem Ausloten der eigenen Grenzen hin und findet Halt in der Freiheit der Versuchsanordnung. Sie nimmt „ihren Idioten“ an die Hand und mit in die Welt.

                                        Johannes Kirsten

mit Manolo Bertling, Anna Blomeier, Maximilian Brauer, Sebastian Grünewald, Sarah Sandeh, David Simon, Birgit Unterweger

Regie: Martin Laberenz
Konzeptioneller Mitarbeiter: Christoph Wirth
Bühne: Susanne Münzner
Kostüme: Adriana Braga Peretzki

Dauer: 2 Stunden 30 Minuten