13.12., 20 Uhr, Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 €
Hacker gegen Staatstrojaner:
Der digitale Freiheitskampf hat begonnen.
Die jüngste Staatstrojaner-Affäre hat gezeigt, wie offizielle Behörden zu illegalen Mitteln greifen, um Überwachungsgelüste zu verwirklichen, sobald die Technik es gestattet. Sie zeigt aber auch, wie effektiv sich Hackergruppen (in diesem Fall der Chaos Computer Club) dagegen einsetzen können, und zwar: dank technischer Expertise. So sehr unser Alltag von Software und Algorithmen ausspioniert und gesteuert wird, paradox ist, dass digitale Systeme eben auch ein unerhörtes Potenzial für zivile Gegenwehr ermöglichen. Überall in der Welt entfaltet sich eine informelle Bewegung für Informationsfreiheit, Datenschutz und Gemeinschaftsbildung. Sie hat bereits die überkommene Vorstellung von politischer Aktion umgestülpt: WikiLeaks veröffentlicht Staatsgeheimnisse, die „Anonymous“-Gruppe verübt Hacks gegen Firmen und Regierungen, Aufständische vernetzen sich mit Facebook und unabhängigen Foren. Das sind auf keinen Fall Nebenschauplätze für Computerfreaks. Die gewaltigen Fragen, die auf dem Spiel stehen, betreffen uns alle: Es geht um nicht weniger als die Definition von Freiheit und Kontrolle, Privatsphäre und Öffentlichkeit, letztlich um die Gestaltung der globalisierten Welt. Solche Entscheidungen dürfen nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit schleichend getroffen werden.
Guillaume Paoli
Unser Gast, Frank Rieger, ist Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), technischer Geschäftsführer einer Firma für Kommunikationssicherheit und Autor zahlreicher Essays. Zuletzt (zusammen mit Konstanze Kurz): Die Datenfresser: Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen. Mit ihm diskutiert Hausphilosoph Guillaume Paoli.
08.11., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 €
Mehr Kontrollverlust wagen
Derzeit laufen viele Dinge aus dem Ruder - so die allgemeine (und wohl begründete) Meinung. Geht es um die wirtschaftliche, politische, kulturelle oder ökologische Entwicklung, niemand scheint das Geschehen durchblicken, geschweige denn lenken zu können. Die Flugkanzel ist unbesetzt, der Autopilot spielt verrückt, währenddessen erzählt das Bordpersonal Gutenachtgeschichten. Beharrlich rufen die Passagiere nach einer regulierenden Instanz. Oft mischt sich dabei die Sehnsucht nach alten Zeiten ein, als alles vermeintlich noch unter Kontrolle war. Zugleich macht sich der Verdacht breit, hinter dem scheinbaren Chaos verberge sich die Strategie einer konspirativen Schaltzentrale. Folglich wird versucht, Selbststeuerung zurückzuerlangen. Doch hatten wir die Situation jemals im Griff? Ist allumfassende Beherrschung überhaupt möglich oder nur eine rückblickende Täuschung? Was wiegen Kontrollbemühungen neben Zufälligkeiten, Kollateraleffekten, Fehlentscheidungen, hierarchischer Verkrustung und struktureller Kurzsichtigkeit? Sollten wir nicht eher lernen, uns von Kontrollillusionen zu verabschieden? Anhand aktueller Beispiele geht Hausphilosoph Guillaume Paoli dieser Frage nach.
Guillaume Paoli
SONDERVERANSTALTUNG 04.10., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 €
Prüfgesellschaft trifft Spinnwerk
Unruhe und Kritik
Wer verliebt ist, denkt nicht über die Liebe nach. Allein die Unruhe macht uns geistig aktiv. Unruhe kann aus verschiedenen Gründen entstehen, persönlichen wie sozialen, auf die Gegenwart oder die Zukunft bezogen. Um von den unmittelbaren Emotionen Abstand zu nehmen, ist der kritische Blick vonnöten. Doch was heisst heute Kritik? Und wohin führt sie? Zu skeptischer Lähmung oder besonnener Handlung? Zu innerer Ruhe oder sozialen Unruhen?
Guillaume Paoli
Zur Eröffnung der Saison hat Hausphilosph Guillaume Paoli sechs Mitwirkende des SPINNWERK eingeladen, anhand von Beispielen ihr persönliches Verhältnis zu Unruhe und Kritik zu erläutern. Über ihre Statements wird gemeinsam diskutiert.
07.06., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Das Gespenst des Kapitals
Gast: Joseph Vogel
„Jemand, der eine Ware nicht hat, sie weder erwartet oder haben will, verkauft diese Ware an jemanden, der diese Ware ebenso wenig erwartet oder haben will und sie auch tatsächlich nicht bekommt.“ Dieser Satz ist keinem absurden Stück entnommen, es ist eine treffliche Beschreibung der tatsächlichen Vorgänge auf den Finanzmärkten, wie sie Joseph Vogl in seinem viel gelesenen und viel diskutierten Buch DAS GESPENST DES KAPITALS unternimmt. Wer versucht, zu verstehen, was mit dem Kapitalismus los ist, wird bei den Wirtschaftsexperten keine Antwort finden. Sie sind in einer Mythologie, einer „Oikodizee“ gefangen, die vor zweieinhalb Jahren eklatant versagt hat. Wo eine rationale Ordnung behauptet wurde, hat sich ein wilder Überraschungsraum offenbart. Das Risikomanagement ist nicht imstande, einem ungebändigten Ereignissturm vorzubeugen. Keine Wissenschaft bestimmt den Kapitalverkehr, sondern ein schwindelerregendes Nicht-Wissen. Und die Entscheidungsträger haben zur Genüge ihre Unfähigkeit unter Beweis gestellt, die spukhafte Bahn der globalen Wirtschaft umzulenken. Nach dem Kollaps ist vor der Kollaps. Da wir augenblicklich langsam, aber sicher zum zweiten Akt der Weltfinanzkrise übergehen, ist Geisterkunde angesagt.
Guillaume Paoli
Mit Joseph Vogl spricht Hausphilosoph Guillaume Paoli.
ZUM 25. MAL!
03.05., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Der arabische Aufstand
Im letzten Winter wurde die Welt von einer Kettenreaktion der Revolten in arabischen Ländern überrascht. Ähnlich wie 1848 in Europa werden die Völker der Region von dem Virus der Freiheit sukzessiv angesteckt. Dieses Ereignis hat nicht nur die Weltordnung, sondern auch die herrschende Auffassung von Werten bereits verändert. Widerlegt ist das europäische Klischee, Araber seien zu unreif, um etwas anderes als Militärdiktatur oder Islamismus zu bekommen. Der Universalismus der Begierde siegt über kulturelle Partikularismen. Nur sollte unsere Aufmerksamkeit nicht mit dem – im Liveticker-Takt dokumentierten – Sturz der Despoten aufhören. Entscheidend ist, was danach passiert. Getreu unserem antizyklischen Blick auf das Zeitgeschehen wollen wir den Aufstand mit Abstand beobachten. Haben wir es überhaupt mit einer Revolution zu tun – oder mit einer bloßen Angleichung an die politischen Standards des Westens? Kommt nach dem revolutionär-romantischen Enthusiasmus die übliche Enttäuschung über die tatsächlichen Ergebnisse? Welche Perspektiven zeichnen sich ab? Welche Konsequenzen sollten aus dem Verhalten der westlichen Demokratien gezogen werden, die die arabischen Diktaturen jahrzehntelang aktiv unterstützt haben? Vor allem: Was können wir von den Arabern lernen?
Guillaume Paoli
Gäste: Dr. Atef Botros (Center for Middle Eastern Studies, Marburg) und Walid Abd El Gawad (Orientalisches Institut Leipzig). Mit Ihnen diskutiert Hausphilosoph Guillaume Paoli.
05.04., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Unsere Zahl, unser Schicksal?
Gäste: Dr. Margret Karsch
Vom Methusalem-Komplott zum Sarrazin-Kompott, das gegenwärtige Feuilleton bedient sich gern der Demographie. Stellen Sie sich vor: Es gibt immer mehr Ausländer in der Welt! Doch selbst wenn wir solche Ängste nicht teilen, können wir sie als Altersschwäche der europäischen Intelligenz deuten, was uns wiederum zur Frage der demographischen Entwicklung führt. Diese Frage wollen wir unaufgeregt angehen. Wie lassen sich Bevölkerungswachstum und -schrumpfung genau erklären? Welchen Einfluss hat die Zahl und die Bevölkerungsstruktur einer Gesellschaft auf ihre Geschichte? Bestimmt (wie Europa 1968 und Nordafrika heute) die Jugendquote die Fähigkeit zum sozialen Wandel? Führt mehr Bildung automatisch zur Vergreisung? Wie stabil sind die Rahmenbedingungen? Ist das globale Ungleichgewicht haltbar? Ist Gleichgewicht überhaupt denkbar? Wie viele Menschen kann die Erde aushalten? Lässt sich diesbezüglich die Zukunft voraussagen?
Guillaume Paoli
Dr. Margret Karsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am BERLIN-INSTITUT FÜR BEVÖLKERUNG UND ENTWICKLUNG. Mit ihr diskutiert Hausphilosoph Guillaume Paoli.
01.03., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Es geht um Leben und Tod
Gäste: Dr. Matthias Gockel, Hella Jonas
Geboren werden, sterben: Diese zwei Ereignisse sind unser gemeinsames Los. Es sind nicht nur natürliche Prozesse, sondern auch prägende Momente der Kommunikation. Eine menschenwürdige Existenz bedeutet, sich am Anfang und am Ende auf andere Menschen verlassen zu können, die uns vorbereiten, begleiten und zuhören. Diese Funktion erfüllen heute die Hebammen und die Palliativmediziner, die „Hebammen für das Sterben“ sind. Beide verfügen über essenzielles, empirisches Wissen. Sie machen täglich die Erfahrung von Situationen und Emotionen, die wir allzu gern verdrängen. Sie haben es mit keinem abstrakten Menschenbild zu tun, sondern mit Singularitäten. In unserer Gesellschaft haben die Errungenschaften der Technik sowohl die Lebensgefahr bei der Geburt drastisch gesenkt als auch die Lebenserwartung spektakulär erhöht. Damit sind aber nicht die archaischen Ängste verschwunden, die beide Momente begleiten. Ganz im Gegenteil, in der postreligiösen Nullrisikogesellschaft wird oft die Suche nach der souveränen Haltung aufgegeben und die letzte Entscheidung der Technik überlassen. Wir wollen auf das konkrete, zwischenmenschliche Wissen zurückkommen. Laut Sokrates ist die Philosophie „geistige Hebammenkunst“, laut Plato heißt ihre Aufgabe „sterben lernen“. Von der Praxis aus betrachtet wird heute geprüft, was diese Ansprüche genau bedeuten mögen.
Guillaume Paoli
Dr. Matthias Gockel ist Palliativmediziner im HELIOS KLINIKUM Berlin-Buch, Hella Jonas ist Hebamme. Mit ihnen diskutiert Hausphilosoph Guillaume Paoli.
15.02., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Schlachtet das Sparschwein: Verschwendung jetzt!
Gast: Gerd Bergfleth
„Die menschliche Tätigkeit ist nicht vollständig zu reduzieren auf Prozesse der Produktion und Reproduktion, und die Konsumtion muss in zwei verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Der erste, der reduzierbar ist, umfasst den für die Individuen notwendigen Minimalverbrauch zur Erhaltung des Lebens und zur Fortsetzung der produktiven Tätigkeit. Der zweite Bereich umfasst die sogenannten unproduktiven Ausgaben: Luxus, Trauerzeremonien, Kriege, Kulte, die Errichtung von Prachtbauten, Spiele, Theater, Künste, die perverse (d. h. von der Genitalität losgelöste) Sexualität stellen ebenso viele Tätigkeiten dar, die, zumindest ursprünglich, ihren Zweck in sich selbst haben.“ Von GEORGES BATAILLE stammt der Entwurf einer „allgemeinen Ökonomie“, die, anstatt von der allgegenwärtigen Knappheit auszugehen, eine Welt des Überflusses und der Exuberanz beschreibt. Es wird immer mehr Energie produziert als für die bloße Reproduktion nötig. Die Kernfrage lautet also: Wie werden die Überschüsse verwendet? Es ist kein Zufall, dass Batailles Verschwendungstheorie während der großen Krise der 1930er Jahre entstand. Zu gegebenem Anlass wollen wir ihre Gültigkeit prüfen.
Guillaume Paoli
Unser Gast, Gerd Bergfleth, hat das theoretische Werk von Bataille übersetzt und in Deutschland bekannt gemacht. Er ist Autor einer „Theorie der Verschwendung“ sowie zahlloser Aufsätze, u. a. über Cioran, Baudrillard, Blanchot, Klossowski und Jünger. Mit ihm diskutiert Guillaume Paoli.
11.01., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Zwischen Subvention und Subversion –
Welche kulturelle Strategie für die Stadt?
Gast: Ulrich Brieler
Kultur hat viele Liebhaber. Doch sobald diese von Ehefrau Wirtschaft zurückgepfiffen werden, drehen sie ihrer Mätresse den Rücken zu. Soll sie ihren Lebensunterhalt doch auf dem Strich verdienen! Zurzeit werden in Leipzig, wie überall, essentielle Fragen gestellt: Wie soll das finanzielle Blut in den Kreislauf des Systems verteilt werden? Sollte das Ziel Stabilisierung oder Veränderung sein? Was ist in diesem Zusammenhang überhaupt Kultur? Bloß ein Mittel zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts? Die Seele einer seelenlosen Welt? Oder das verfemte Teil, das abseits vom Markte die vitale Funktion der Verschwendung erfüllt? Soll kulturelle Subversion mit Steuergeldern subventioniert werden? Kann sie dann noch subversiv sein? Wird am kulturpolitischen Tisch nur Lügenpoker gespielt? Von buchhalterischen Spartricks und parteipolitischen Kämpfchen abgesehen, bietet sich heute die Chance, das Verhältnis von Kultur und Stadt neu zu definieren.
Guillaume Paoli
Ulrich Brieler ist Referent für Wissenspolitik beim Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. Als Honorarprofessor am Institut für Philosophie der UNI LEIPZIG verantwortet er DAS SONNTAGSGESPRÄCH, in dem das freimütige und kritische Nachdenken gepflegt wird. Mit ihm (und womöglich einem weiteren Gast, der rechtzeitig an dieser Stelle bekannt gegeben wird) diskutiert Hausphilosoph Guillaume Paoli.
07.12., Centraltheater Rangfoyer, 20.30 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Reality Test
Gibt es Realität und wenn ja, wie viele? Mit dieser Frage fing die Philosophie an. Viel weiter gekommen sind wir heute nicht. Wer in den Himmel schaut, geht davon aus, dass die Gestirne unabhängig von ihm existieren. Wer zu lange in den Himmel schaut, stößt bald mit dem Kopf gegen eine Wand und zweifelt nicht an der Echtheit seiner Beule. Das wär’s schon mit der Gewissheit. Zwischen Kosmos und Subjekt (und selbst die Realität dieser zwei Pole ist umstritten) gibt es viele Sphären, die unser Leben auf verschiedene Weise prägen, von denen dennoch schwer zu beurteilen ist, wie objektiv-real sie sind. Wie hilfreich ist es, sie alle in einen Topf namens Realität zu werfen? Unsere Wahrnehmung der physischen Welt ist von unserer biologischen Ausstattung konditioniert. Ein kleiner Eingriff ins Gehirn reicht, um Bilder in Töne, Töne in Bilder zu konvertieren (das wissen LSD-Konsumenten schon lange). Außerdem meinte Musil: „Meistens ist das, was wir Realität nennen, bloß Routine.“ Die Institutionen, die die soziale Wirklichkeit ausmachen (Staat, Geld, Eigentum usw.), existieren nur, weil alle glauben, dass sie existieren. Jetzt stehen aber alle Übereinkünfte unter Verdacht, Machtverhältnisse und Manipulationen zu verbergen. Im letzten Jahrhundert ist der Boden der Tatsachen durch Sprachforschung, Erkenntnistheorie, Kulturrelativismus und Konstruktivismus stark erodiert. Wer Zuflucht in den harten Wissenschaften sucht, verkennt, dass diese auf eine alte metaphysische Annahme gebaut sind: Die Realität bestünde aus Zahlen, die unabhängig vom Menschen existierten. Für die Generation, die mit Computersimulationen und virtueller Realität aufgewachsen ist, ist die Sache noch problematischer geworden. Fragt ein zehnjähriges Kind seinen Vater: „Wie seid ihr denn ins Internet gegangen, als es noch keine Computer gab?“ Müssen wir also mit Baudrillard von einer AGONIE DES REALEN sprechen? Wie realitätsnah kann man noch sein? Überhaupt: Wann, wo und warum hielten es Menschen für nötig, einen Realitätsbegriff zu kreieren? Können wir ohne auskommen? Satzungsgemäß widmet sich die PRÜFGESELLSCHAFT FÜR SINN UND ZWECK der „Verbreitung von Irritation in geistigen Gegenden, wo Konsens herrscht, sowie der Standpunkt-festigung in von Ratlosigkeit geplagten Zonen“. Da diese Veranstaltung im vergangenen Juni leider kurzfristig entfallen musste, wird unsere Ambition jetzt dem REALITY TEST unterzogen.
Guillaume Paoli
10.11., Centraltheater Rangfoyer, 20.30 Uhr, 5 € / ALG-II-Empfänger 3 € / PSZ-Mitglieder frei
Türkentum und Kritik
Zu Gast: Pinar Selek
„Die Türkei zählt zu den wenigen Ländern der Welt, wo es noch ehrwürdige Intellektuelle gibt. Von ihnen hätte die westeuropäische Intelligenz einiges zu lernen. Sie protestieren nicht nur, sie üben zivilen Ungehorsam und wagen große persönliche Risiken.“ (Noam Chomsky) Zu dieser mutigen Gattung gehört Pinar Selek, Soziologin, Schriftstellerin, Friedensaktivistin und Feministin. Nachdem sie Mitglieder der PKK interviewte und deren Namen nicht verraten wollte, wurde sie verhaftet und gefoltert. Von dem Vorwurf der Beteiligung an einem Bombenanschlag wurde sie zweimal freigesprochen. Weil sie weiter Kritik übt, sich nicht ruhig verhält, so wie ihre Gegner es wollen, wird versucht, ihr immer wieder dieses eine Vergehen zu unterstellen. Ihr jüngstes Buch* beschreibt das türkische Militär als eine Zwangsinitiationsstation zur Konstruktion männlicher Identität, die es unter allen Umständen zu beweisen, zu zeigen und zu verteidigen gilt. Das Buch wird in der Türkei zum Bestseller – prompt wird die alte Terrorismus-Anklage wieder aufgenommen. Der Oberste Gerichtshof fordert eine lebenslängliche Strafe gegen Pinar Selek. Nun ist sie nach Deutschland geflüchtet und Writer in Exile-Stipendiatin des PEN-Verbandes. Mit Pinar Selek diskutieren wir heute Abend über türkische Zustände, Männlichkeitswahn, Identität, Kritik und Widerstand.
Guillaume Paoli
* Titel der deutschen Ausgabe: Pinar Selek: ZUM MANN GEHÄTSCHELT, ZUM MANN GEDRILLT. MÄNNLICHE IDENTITÄTEN. Orlanda Verlag, Berlin 2010.
05.10., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / für Mitglieder frei
Das Deutsche Ding
Zu Gast: Wiglaf Droste
Zwanzig Jahre Einheitsbrei und keiner will mitfeiern. Abgesehen von Fußball und Wirtschaft („Wir sind Exportweltmeister!“) scheint das Hauptmerkmal des Deutschseins das Nichtdeutschseinwollen zu sein. Welche Rolle spielen noch die alten nationalen Mythen? Was ist überhaupt das Besondere an den deutschen Zuständen? Vielleicht eben nur die Illusion, dass es daran etwas Besonderes gibt? Lässt sich noch etwas Vernünftiges über Deutschland sagen? Vor allem: Kann man endlich über Deutschland lachen?
Guillaume Paoli
Wiglaf Droste, laut Süddeutsche Zeitung „der Tucholsky unserer Tage“, ist Autor vieler Bücher, Sänger, Feinschmecker und Wahlleipziger. Seine bissigen Satiren nationaler Sitten haben manch einen Mitbürger gekränkt. Droste ist aber auch ein Verfechter deutscher Sprachfeinheiten. Mit ihm sinniert und lästert Guillaume Paoli.
21.09, Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / für Mitglieder frei
Einbahnstraße/
Benjamin Rekonstruktionen
Sonderabend zum Spielzeitauftakt
Szenische Lesung, Film + Diskussion
Zu Gast: Roger Behrens
Absoluter Außenseiter, Flaneur der Erkenntnis … Walter Benjamin vermochte, im Kleinen das Gesamte zu erkennen, im trivialsten Gegenstand die Widersprüche und die verborgenen Möglichkeiten der Epoche aufzuspüren. Vor genau 70 Jahren nahm sich Benjamin das Leben. Der akademischen Mumifizierung fern wollen wir zu diesem Anlass überprüfen, ob sich sein eigenartiger Blick auf die Welt für das 21. Jahrhundert aktualisieren lässt.
Guillaume Paoli
Roger Behrens, Philosoph und Sozialwissenschaftler, „passionierter Fernsehbeobachter und pensionierter Kneipenbesucher“, hat mehrere Bücher sowie zahlreiche Rundfunkbeiträge zur kritischen Theorie und Popkultur verfasst.
04.05., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
Vorwärts und vergessen
Zu Gast: Sebastian Kleinschmidt
A: Früher waren alle verrückt, abergläubisch, rassistisch, frauenfeindlich und konservativ. Heute genießen wir eine nie da gewesene Freiheit. Von den alten Banden und Ideologien losgetrennt, steigen die Schwarmintelligenz und die allgemeine Kreativität. Wir gehen unseren emanzipatorischen Weg in die bessere Zukunft.
B: Heute sind alle verblödet, analphabetisch, fremdgesteuert, selbstfixiert und asozial. In völliger Ignoranz des Vergangenen feiert der Konsumzombie seinen sittlich-kulturellen Verfall und verbirgt die eigene Machtlosigkeit mit coolem Egozentrismus. Das Abendland ist längst untergegangen, nun steigt der Schlamm der Dummheit herauf.
C: Zu allen Zeiten riefen Neuerungen dieselben Reaktionen hervor. Der Kulturpessimist beschwor die anbrechende Katastrophe, der Fortschrittsbegeisterte feierte die endgültige Befreiung. Beide täuschten sich, wie die nächste Generation dann feststellte. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Ob Netzkultur, Gegenwartsliteratur, Managerethik, digitaler Sex, Komakonsum oder Postpolitik, alle Debatten der Gegenwart drehen sich um die Frage: Wie lässt sich eine kulturelle Bilanz jenseits von Zwangsoptimismus (A), Zwangspessimismus (B) und gleichmachendem Relativismus (C) ziehen? Was wird gewonnen, was verloren? Außerdem: Wer zieht die Bilanz, mit welchen Kriterien und zu welchem Zweck? Ist ein Ausgleich überhaupt möglich?
Guillaume Paoli
Sebastian Kleinschmidt, Philosoph und Essayist, ist seit 1991 Chefredakteur der Zeitschrift Sinn und Form. Mit ihm diskutiert Guillaume Paoli.
06.04., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
Eigentum und Diebstahl
Überall wird der Kommunismus als eine unmögliche oder zumindest inaktuelle Option bewertet. Überall? Nein. In der digitalen Welt wird er schon längst praktiziert. Mit kostenfreien Downloads, Peer-to-Peer-Austausch und der unautorisierten Inhaltsübernahme von Musik, Filmen, Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Bildern werden die alten Parolen verwirklicht: Jedem nach seinen Bedürfnissen, geistiges Eigentum ist Diebstahl, das Urheberrecht gehört abgeschafft.
Um diesen Umstand zu rechtfertigen, wird eine breite argumentative Palette verwendet: uneingeschränkter Zugang zum Wissen, Bekämpfung der Kulturindustrie, Abschied von der Illusion, Originalität sei überhaupt noch möglich.
In der Praxis sieht die Sache viel banaler aus: Was die Technik möglich macht und die Polizei nicht verhindern kann, wird einfach getan. Mit mehr oder weniger gutem Gewissen, ob manisch oder bei Gelegenheit, wir sind alle Raubkopisten und wissen, dass das bestehende Urheberschutzsystem überholt ist. Nur dumm, dass dabei das Geld nicht ganz abgeschafft wurde. Dank der digitalen Piraterie werden Autoren, Künstlern, Erfindern und Entwicklern, die nicht auf einem gesicherten finanziellen Polster sitzen, die Existenzgrundlagen geraubt. Solange keine Alternative in Kraft tritt (hieße diese Kulturflatrate, Grundeinkommen oder Weltrevolution), bedeutet die aktuelle Entwicklung: Verelendung und kulturelle Austrocknung.
Währenddessen wissen Medien- und Kulturkonzerne mit wenigen, hegemonialen Bestsellern und Kassenschlagern unerhörte Rendite zu erzielen. Für das Kulturkapital löst sich der Teilkommunismus in primitive Akkumulation auf. Wie steht es heute mit Geist und Eigentum? Gehört der Unterschied zwischen Original und Kopie zur Vergangenheit? Wird derzeit eine Utopie verwirklicht oder Plünderung zynisch gerechtfertigt? Welche praktikablen Lösungen wären denkbar?
Guillaume Paoli
Guillaume Paoli im Gespräch mit dem Leipziger Rechtsanwalt David Nourney und einem Mitglied der Piratenpartei Sachsen.
02.03., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
Schöner lügen
Zu Gast: Wolfgang Engler
Gegenwärtig mehren sich die Appelle für Wiederherstellung der Ehrlichkeit als einzig praktikabler Ausweg aus der Krise. Dabei scheint die Lüge eine Grundbedingung der bestehenden Gesellschaft zu sein. Gelogen wird überall: in den Banken, in den Unternehmen, in den Medien, in der Politik. Ausgerechnet wenn mit Vertrauen und Anstand geworben wird, haben wir allen Grund, misstrauisch zu werden. Lüge als Erfolgsprinzip: dies betrifft nicht nur die Institutionen, sondern auch die Individuen, sobald sie den eigenen Vorteil suchen. Dabei ist Aufrichtigkeit nicht nur ein Kernbegriff der säkularen, bürgerlichen Kultur. Auf der privaten Ebene bleibt sie eine Bedingung des harmonischen Miteinanders. Das ist in jeder Partnerschaft zu begutachten: Wo Ehrlichkeit und Offenheit fehlen, gehen die Partner schnell getrennte Wege. Wie konnte also der schrankenlose Egoismus immer weiter Einzug in die Gesellschaft halten? Wohin führt die generelle Auflösung gegenseitiger Achtung? Wie steht es mit der Aufrichtigkeit des Einzelnen? Warum lügen wir überhaupt? Ist es hilfreich, in unserer Gesellschaft ehrlich zu sein? Oder heißen die Devisen nicht eher „Frech kommt weiter“ und „Wer die Wahrheit sagt, hat schon verloren“?
Guillaume Paoli
Wolfgang Engler ist Soziologe und Rektor der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. 2009 ist von ihm das Buch „Lüge als Prinzip – Aufrichtigkeit im Kapitalismus“ (Aufbau-Verlag) erschienen. Mit ihm diskutiert Guillaume Paoli.
19. + 20.02.
Wir sind nie aktiv gewesen
Interpassivität in Theorie und Praxis
Eine Koproduktion der Leipziger Forschungsgruppe Soziales e.V. und der Prüfgesellschaft für Sinn & Zweck
Interpassivität ist eine Handlungsform, durch welche das eigene Genießen bzw. sonstige Empfindungen an andere Menschen oder Dinge delegiert werden. Interpassiv sind: Dosengelächter in Fernsehshows, Klageweiber in mediterranen Trauerfeiern, Denkmäler (die sich an unserer Stelle erinnern), das Christentum sowieso (Jesus leidet für uns), Pornovideos (stellvertretender Sex), der Chor in der antiken Tragödie, die parlamentarische Demokratie (Entscheidungsdelegation), das aktuelle Stück von René Pollesch, das Herunterladen tausender Filme, die wir nie sehen werden (das Genießen wird dem Computer überlassen) usw. In dieser skurrilen Theorie liegt eine besondere Stärke: Sie unterminiert den herkömmlichen Gegensatz zwischen Aktivität und Passivität und wirft daher ungewöhnliche Fragen auf: Wohin führt die Auslagerung der Gefühle? Zu gesteigerter Entfremdung? Oder zu emanzipatorischen Perspektiven (nicht nur von der Arbeit könnten uns die Maschinen befreien, sondern auch vom Konsum)? Welche gesellschaftspolitischen Konsequenzen bringt diese ungewöhnliche Aussicht mit sich? Wann sind wir überhaupt aktiv? Wollen wir es sein? WIR SIND NIE AKTIV GEWESEN – zwei Tage lang wird ein international besetztes Panel über die verschiedenen Aspekte der Interpassivität referieren. Zum Abschluss findet in der Skala DIE INTERPASSIVE SHOW statt, die auch Nicht-Teilnehmern die Gelegenheit bietet, Angebote und Ergebnisse der interpassiven Forschung wahrzunehmen.
Guillaume Paoli
Panel: Robert Pfaller (Wien), Gijs van Oenen (Rotterdam), Viola Nordsieck (Berlin), Aleksander Milosz Zieliński (Bern), Barbara Eichinger (Wien), Elke Müller (Rotterdam), Florian Mundhenke (Leipzig), Silvan Wagner (Bayreuth), Alexandra Ommert (Frankfurt/M.), Fernando Ramos Arenas (Leipzig), Henje Richter (Tübingen), Nico Koppo (Leipzig), Thomas Binder-Reisinger (Wien), Jens Hälterlein (Jena)
Panel: 19.02., 13–19 Uhr; 20.2., 10–19 Uhr, Centraltheater Rangfoyer, 10 € (für beide Tage zusammen)
Die interpassive Show. Diskussion, interpassive Spiele und Installationen: 20.02., 20 Uhr, Skala, 6 €
12.01., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
Die Wahrheit kann an einem anderen Ort gefunden werden als da, wo sie gebraucht wird ...
... und wer kümmert sich dann um den Transport? Zu Gast ist Jürgen Kuttner, Dr. phil. und Radio-Talkmaster, Erfinder der Videoschnipsel-Vorträge, Buchautor, Welterklärer, Theaterregisseur, Fernsehmoderatorinnenvater und einiges mehr. Die Frage des Abends lautet: Muss Unterhaltung immer trivial und Aufklärung immer langweilig sein? Die Antwort – so viel sei hier bereits verraten – wird ein eindeutiges NEIN sein. Kuttner zeigt Videoschnipsel und nimmt an der Diskussion zum Thema teil.
Guillaume Paoli
08.12., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
Gesellschaft / Fiktion / Darstellung
Kathrin Röggla im Gespräch mit Guillaume Paoli
Fiktives Kapital, autosuggestives Management, symbolische Produktion, computermodellierte Prognosen, Medienberichte – wir wissen es schon längst: Das Reale wird von Fiktionen durchdrungen und überwuchert. So sehr wir uns wünschen, zu begreifen, was eigentlich wirklich los ist, ans Fundament gelangen wir nicht. Wir bleiben im Überbau gefangen, in einem endlosen Netz von Deutungen, Erzählungen und Gegendarstellungen. Obwohl alles andere als bündig, diese fiktionale Endlosschleife folgt einer bestimmten Dramaturgie, die uns zum Beispiel ständig zwischen Verdrängung und Alarmismus versetzt. Daher stellt sich für Kunst, Literatur oder Theater eine neuartige Aufgabe: Anstatt die Realität anhand von Fiktionen zu reflektieren, geht es jetzt darum, die herrschenden Fiktionen zu entziffern. In welchem Film sitzen wir denn? Einem Katastrophenfilm? Einem Horrorstreifen? Einem Fernsehkrimi? Einem Shakespeare-Remake? Wie lässt sich der permanente Monolog der gegenwärtigen Ordnung unterbrechen?
Guillaume Paoli
Kathrin Röggla schreibt Prosa, Hörspiele und Theatertexte. Zum heutigen Thema ist von ihr die Vorlesung erschienen: GESPENSTERARBEIT, KRISENMANAGEMENT UND WELTMARKTFIKTION (Picus Verlag 2009).
28.11., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 0 €
Science: Who cares?
Kolleg über den Wert von Wissenschaft für die Gesellschaft
Die Uni Leipzig wird 600 Jahre alt. Sie ist damit nicht nur die zweitälteste Alma mater Deutschlands, sondern auch ein Ort, an dem Wissenschaft sich 600 Jahre lang entwickelte, an dem sie gebrochen und geformt wurde. Wen interessiert die Geschichte dieser Universität? Welchen Stellenwert hat die Uni in der Gesellschaft? Wie begegnet die an so einer Institution betriebene Wissenschaft ihrer Kritik? Abschlussforum des interdisziplinären Kollegs, moderiert von Hausphilosoph Guillaume Paoli.
Studierende 2009 e. V. / CT
03.11., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
Wir sind ein Bienenvolk
Stolz, Luxus und Betrügerei
Muss sein, damit ein Volk gedeih!
Nicht minder dient der Neid sowie
die Eitelkeit der Industrie.
Trotz all den sündlichen Gewimmel
war’s doch im Ganzen wie im Himmel.
Wie hat’s ein solches Land doch gut,
Wo Macht ganz auf Verbrechen ruht!
(Mandeville, Die Bienenfabel, 1714)
Offensichtlich kann der Mensch keinen Bienenstock betrachten, ohne in ihm ein Spiegelbild der eigenen Gesellschaft zu sehen. Welche Ideologie hat sich nicht der Bienen-Metapher bedient? Monarchie und Republik, Wirtschaftsliberalismus und Kommunismus, Arbeitsmoral und Utopie, Konkurrenz und gegenseitige Hilfe – all diese Denksysteme haben von sich behauptet, sie entsprächen der natürlichen Ordnung des Bienenvolks.
Auch die brennenden Fragen der Gegenwart stehen im Zeichen des Honiginsekts. Ist die globalisierte Menschheit im Begriff, einen bienenähnlichen „Superorganismus“ zu bilden? Ist der derzeitige Bienenschwund („Colony Collapse Disorder“) Vorbote unseres eigenen Untergangs? Sind die derzeit florierenden Stadtimkereien Zeichen einer neuen Symbiose zwischen Urbanität und Natur? Was wollen uns die Bienen sagen?
Bildgestützter Vortrag und Diskussion, unter Teilnahme Leipziger Imker.
Guillaume Paoli
16.10., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € /für Mitglieder frei
PSZ/Japan Spezial: Aufstand der Laien
Zu Gast: Hajime Matsumoto
Die eigene Stadt bauen wir selbst. Nichts wird weggeworfen. Auch ohne Geld lässt sich vieles tun.
Mit solchen Parolen engagiert sich ausgerechnet in Japan eine Bewegung gegen Anpassung, Arbeitsmoral und Unternehmenskultur. In Koenji, einem Stadtteil von Tokio, betreiben die „NEET“ („Not in Employment, Education or Training“) Cafés, Secondhand-Läden, Recycling-Shops, Internetradiosender. Sie setzen sich für die freie Nutzung von Fahrrädern, für mietfreie Sozialwohnungen und gegen Videoüberwachung ein.
Der Initiator der Bewegung heißt Hajime Matsumoto. Er stellt seinen Film „Aufstand der Laien“ vor, berichtet über seine Erfahrungen und diskutiert über die Praxis sowie die Chancen der Verweigerung – in Japan so wie hier.
Guillaume Paoli
06.10., Centraltheater Rangfoyer, 20 Uhr, 5 € / für Mitglieder frei
Kapielski/Paoli/Symposion
Im ursprünglichen Sinne ist ein Symposion ein Trinkgelage mit geistreichem Geplauder. Nicht in Vorlesungssälen ist Philosophie zu Hause; vielmehr entspringt sie aus dem Geist der Taverne. Am besten erfolgt der Gedankenaustausch auf Umwegen, mit frisch gezapften Anekdoten, Abschweifungen und Witzfunken.
Diese Kunst wird von unserem Gast, Thomas Kapielski, eloquent beherrscht. Kapielski ist Künstler („Gesamtluftwerk“, 2005), Schriftsteller (zuletzt: „Mischwald“, Suhrkamp 2009) Musiker (Nasenflötenorchester), Geograph („Ortskunde“, 2009). Er ist aber auch Verfechter einer bedrohten Art: der Kneipengesprächskultur. Darüber wird an diesem Abend symposiert.
Guillaume Paoli
09.06., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 € / für Mitglieder frei
Spiel / Zeit / Schwelle
Spielen wir mit der Zeit, oder spielt die Zeit mit uns? Blicken wir in den Abgrund, oder blickt der Abgrund in uns hinein?
In den letzten Monaten fand ein Wandel im Bewusstsein der Menschen statt – mit unvorhersehbaren Auswirkungen. Die aktuelle Konfiguration der Welt¬gesellschaft, die sich mit dem Argument durchsetzen konnte, es gäbe keine Alternative, erweist sich als unhaltbar. Wir stehen an der Schwelle zwischen einem Noch (uns vertrauten Umständen) und einem Noch-nicht (allerlei katastrophalen Ankündigungen).
Die Irritation wird dadurch verstärkt, dass ausgerechnet diejenigen, die nicht vermocht haben, dieses labile Stadium zu prognostizieren, uns nun weismachen wollen, sie hätten die Situation im Griff und Lösungen parat.
Aber auch systemkritische Alternativen fehlen. Denn sowohl das weltweite Ausmaß als auch die Vielförmigkeit dieser Krise (Finanz, Energie, Klima, Ernährung, Politik usw.) zeigen: Wir haben mit einer noch nie da gewesenen Situation zu tun. Wenn auf die Vergangenheit nicht zurückgegriffen werden kann, ist keine Einschätzung der Zukunft möglich. So ist jeder Mensch, ob er es wahrhaben will oder nicht, mit einer historischen Herausforderung konfrontiert.
Die Satzung der Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck verspricht „einen gegenseitigen Schutz vor Panikmache, Verharmlosung, Selbstaufgabe und schlechter Laune“. Mit anderen Worten: Wir wollen mit Gedanken spielerisch umgehen. Am Ende dieser Spielzeit und zur Vorbereitung der kommenden wird geprüft, inwieweit dieses Versprechen einlösbar ist.
Guillaume Paoli
05.05., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 € / für Mitglieder frei
Wie geht es aus der Utopie heraus?
„Alle gehen um acht zu Bett und schlafen acht Stunden“ – so die Haus¬ordnung auf Thomas Morus’ Insel UTOPIA, der literarischen Mutter aller Zukunftsvisionen. Nur Pech für die Nachtschwärmer und Langschläfer, sie verstoßen gegen die Regel des guten, gesunden Lebens und müssen daher umerzogen oder bestraft werden. Genau darin liegt die Crux der meisten Utopien, so menschenfreundlich sie auch gemeint sind. Die genauen Pläne einer angeblich idealen Konstruktion werden in der Erwartung entworfen, dass die Welt sich in diese Form gießt. Also ist der Entwurf zwangsläufig normativ und autoritär. Er setzt voraus, dass die idealen Lebensbedingungen aller Menschen von einem (oder wenigen) Einzelnen bestimmt werden können.
Traditionell wird U-topie, der „Nicht-Ort“, als eine Insel dargestellt, die vom Kontinent der Gegenwart durch das Meer der Phantasie abgekapselt ist. Aber das Bild funktioniert nicht mehr. Dafür sind die Bedingungen, die unser jetziges Dasein bestimmen, viel zu sehr mit utopischen Konstrukten durchtränkt. Wären sie vor achtzig, geschweige denn zweihundert Jahren als bloße Möglichkeiten beschrieben worden, die damaligen Zeitgenossen hätten sie als unglaubwürdiges Hirngespinst abgetan.
Wir leben mitten in der real existierenden Utopie, im planetarischen Nirgendland. Die Utopisten haben über den „neuen Mensch“ phantasiert, die Kapitalisten haben ihn erschaffen.
Eher als eine Insel sollte also eine ozeanische Metapher bemüht werden. Das Topos, das Festland der sozialen Erfahrung, wurde von einem utopischen Tsunami überflutet. Nun schwimmen wir Schiffbrüchigen im Schlaraffenmeer umher und suchen nach einem festen Boden, der uns Zuflucht bieten könnte.
Guillaume Paoli
Gast: Marvin Chlada, Autor („Der Wille zur Utopie“)
07.04., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 € / für Mitglieder frei
Digitaler Glanz, analoges Elend
Tauche tiefer in virtuelle Welten, virtuelle Projekte, virtuelle Beziehungen ein! Abstrahiere dich ganz von deiner physischen Umgebung, jede körperliche Begegnung ist sowieso ein Gräuel! Vergiss den öden Alltag, in „Second Life“ wirst du eine rege Kommunikation mit Avataren pflegen! Dort kannst du ungestört dieRestleidenschaften verlagern, die im First Life nichts zu suchen haben. Und wenn du der störenden Gegenwart von deinesgleichen nicht ausweichen kannst, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, dann schirme dich mit Ohrstöpseln, Handy und Laptop ab, um dich auf die einzig geltende Ebene des Zwischenmenschlichen zu begeben: die des Netzes. Du bist mehr als ein Individuum, du bist ein Nutzer. In winzigen, bisher unbemerkten Zwischenräumen deiner sozialen Existenz hat sich eine Ware eingenistet, und durch all diese Waren wird deine Konnektion zur globalen Welt hergestellt. Für dich wurden zufällige Begegnungen durch zielorientierte Verbindungen und zweideutige Codes durch explizite Vereinbarungen ersetzt. Für deinen Spaß, deine Information und die Steigerung deiner Leistungsfähigkeit wurden tolle Programme entwickelt. Die Betreiber meinen es gut mit dir. Zwischen Dienstbereitschaft und dem Management des Privaten kannst du ausgiebig zappen. Du rufst einen potenziellen Kunden an, chattest ein Weilchen online, schreibst dem Steuerberater eine Mail, nimmst an einem virtuellen Kunstprojekt teil, bittest den Buchhalter um dein Honorar, bestellst den neuen Computer, beantragst einen Kredit, spielst ein bisschen „Ego-Shooter“, an manchen Segmenten dieser Endlosschleife bekommst du Geld, an anderen gibst du es aus, das ist der einzig bleibende Unterschied zwischen deiner Arbeit und deiner Freizeit. Du bist nicht arm. Armut ist Exklusion, arm sind die Ausgeschlossenen, also die Nicht-Angeschlossenen. Du bist aber mit dem globalen Kommunikationsstrom verbunden.
Guillaume Paoli
10.03., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 €/für Mitglieder frei
Demokratie jetzt?
„Wir haben die letzten 20 Jahre geschlafen und keine Opposition etabliert.
Tausend desorientierte Menschen suchen nach einem neuen Sinn.
Hunderttausende, denen Phrasen eingeimpft wurden, suchen nach neuen Worten.
Es ist an der Zeit, dass jeder, der Ideen hat, sich einmischt.“
(Aus einer Rede Jochen Läßigs (Neues Forum) zu einer Leipziger Montagsdemonstration, Januar 1990)
Just zum Jubiläum der 1989er Wende bricht das kapitalistische System zusammen. Offensichtlich lässt sich die globale Krise nicht mehr mit den üblichen Mitteln überwinden. Die Bevölkerung hat das Vertrauen in Regierung und Wirtschaftsführung endgültig verloren. Doch diesmal gibt es keinen starken Nachbarn, der das Land übernehmen kann, und auch keinen Plan B. In Leipzig wird wieder jeden Montag demonstriert. Öffentliche Gebäude werden besetzt. Im beschlagnahmten Centraltheater versammeln sich die Bürger, um über eine neue Gestaltung der Gesellschaft zu beraten.
Dieses nicht ganz undenkbare Szenario wird jetzt als Simulation (wie es Flugsimulationen gibt) aufgeführt.
Am Dienstag, 10. März um 20 Uhr im Centraltheater (Rangfoyer) verwandelt sich die Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck in eine basisdemokratische, gesetzgebende Volksversammlung.
Die Regel ist einfach:
Jeder Teilnehmer bringt konkrete und kurz gefasste Maßnahmenvorschläge zur Besserung/Optimierung/Revolutionierung der sozialen Organisation mit. Er hat 3 Minuten, um seinen Entwurf zu verteidigen. Nach einem gemeinsamen Streitgespräch wird über den Vorschlag abgestimmt.
Dem stimmenstärksten Eintrag wird die goldene Banane verliehen.
Das Experiment wird in den folgenden Wochen weitergeführt.
Macht euch fit für die nächste friedliche Revolution!
Moderation: Guillaume Paoli
02.02., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 €/für Mitglieder frei
Anti-Darwin
NIETZSCHE: Was den berühmten „Kampf um’s Leben“ betrifft, so scheint er mir einstweilen mehr behauptet als bewiesen. Er kommt vor, aber als Ausnahme; der Gesammt-Aspekt des Lebens ist nicht die Nothlage, die Hungerlage, vielmehr der Reichthum, die Üppigkeit, selbst die absurde Verschwendung, – wo gekämpft wird, kämpft man um Macht … Gesetzt aber, es giebt diesen Kampf – und in der That, er kommt vor –, so läuft er leider umgekehrt aus als die Schule Darwin’s wünscht, als man vielleicht mit ihr wünschen dürfte: nämlich zu Ungunsten der Starken, der Bevorrechtigten, der glücklichen Ausnahmen.
MARX: Es ist merkwürdig, wie Darwin unter Bestien und Pflanzen seine englische Gesellschaft mit ihrer Teilung der Arbeit, Konkurrenz, Aufschluss neuer Märkte, ‚Erfindungen‘ und Malthusschem ‚Kampf ums Dasein‘ wiedererkennt. Es ist Hobbes’ Krieg aller gegen alle, und es erinnert an Hegel in der ‚Phänomenologie‘, wo er die bürgerliche Gesellschaft als ‚geistiges Tierreich‘, während bei Darwin das Tierreich als bürgerliche Gesellschaft figuriert.
Ausgerechnet zu Beginn des „Darwin-Jahres“ wollen wir die geheime, unordentliche und konkrete Geschichte der Gegner seiner Evolutionstheorie aufrollen. Unter der Parole „Schafft zwei, drei, viele Biologien!“ arbeitet seit einigen Jahren ein „Anti-Darwin-Projekt“, hier und heute vertreten von unserem Gast Helmut Höge. Ihm widerspricht der Biologe und darwinistische Rekonvertit Cord Riechelmann.
Guillaume Paoli
19.01., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 €/für Mitglieder frei
Motivation
In allen Bereichen der gegenwärtigen Gesellschaft wird die Frage des Gelingens/des Erfolgs ausschließlich von unserer Motivation abhängig gemacht. Arbeitslose erhalten erst dann ein Existenzrecht, wenn sie bei der Suche nach einer nicht existierenden Stelle ausreichend Engagement zeigen. Bei Bewerbungen ist nicht Fachkompetenz, sondern die Zurschaustellung enthusiastischer Unterworfenheit gefragt. Die Noch-Beschäftigten werden aufgefordert, sich immer leidenschaftlicher für die Firma zu engagieren, auch und gerade wenn sie fortan weniger verdienen und länger arbeiten müssen.
Die Motivationspflicht hört nicht am Feierabend auf, wo die Privatsphäre zur Konsumsphäre mutiert, wo der Kunde indiskret aufgefordert wird, dem neuesten Angebot Aufmerksamkeit zu schenken und seine Identifikation mit Marken zu bestätigen.
In der Politik wedeln abwechselnd Regierung und Opposition mit der Karotte des Aufschwungs.
Die Medien sind nurmehr dazu da, uns für Angelegenheiten zu motivieren, die uns nichts angehen. Warum ist das so? Sind wir alle von Natur aus so untauglich und willenlos? Oder liegt es eher daran, dass die sozialen Verhältnisse auf uns fortwährend demotivierend einwirken? Und überhaupt: Was ist Motivation? Eine angebrachte Frage für die Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck.
Guillaume Paoli
Armin Chodzinski (Künstler und Managementforscher) zeigt Videobeispiele, singt Unternehmenshymnen und hält einen Vortrag, von Guillaume Paoli unterbrochen und kommentiert. Anschließend sind alle Prüfgesellschafter und Zuhörer zur vitalen Diskussion aufgefordert.
02.12., 20.00 Uhr, Centraltheater Rangfoyer,
5 €/für Mitglieder frei
Rekonstruktion
Paris 1968. Revolutionäre Studenten schlagen ihren Besetzergenossen vor, die Universitätskapelle der Sorbonne abzureißen unter der Parole: „Wie kann man im Schatten einer Kirche frei denken?“ Das Vorhaben wird nicht verwirklicht. Leipzig 1968. Der SED-Staat übt Religionskritik mit der Dynamitstange und lässt die Universitätskirche St. Pauli sprengen. Von einem Fortschritt des freien Denkens kann jedoch keine Rede sein. Heute wird das Denkmal wiederaufgebaut. Stellt sich die Frage: Zu welchem Zweck? Hat es einen Sinn, das Dagewesene wiederherstellen zu wollen und im weitgehend entchristianisierten Osten eine Kirche einzuweihen? Andererseits: Käme nicht eine profane Nutzung als Aula (welche auch noch mit einer antireligiösen Schutzwand vom Andachtsbereich getrennt wird) einem späten, ironischen Sieg Walter Ulbrichts gleich? Der Streit zeigt, wie problematisch Rekonstruktion ist. Dies nicht nur in der Architektur: Nachdem die poststrukturalistische Schreddermaschine alles Denkbare und Undenkbare „dekonstruiert“ hat, wird Rekonstruktion zur Hauptanforderung der Gegenwart. Im Trümmerchaos, das der Abriss klassischer Lehrgebäude hinterlassen hat, sollen neue Fäden gezogen werden. Man rekonstruiert einen Vorgang, indem man Ereignisse, die zunächst als zusammenhanglos erscheinen, einer logischen Anordnung unterwirft. Doch was bezweckt die Anordnung? Die Klonung des Vergangenen, die Historisierung des Gegenstands, die Aktualisierung der Problematik? Oder die Erfüllung neuartiger Bedürfnisse? Sicher ist: Begriffe wie „Wahrheit“ und „Authentizität“ haben hier nichts zu suchen. Es geht um Nutzungsbestimmung, Geschichtskorrekturen, politische Entscheidungen und symbolische Wertschöpfung.
Guillaume Paoli
Gäste:
Elena Bozhikova (Rekonstruktionsforscherin, Karlsruhe)
Walter Prigge (Stiftung Bauhaus Dessau)
Ulrich Stoezner (Pauliner Verein, Leipzig)
04.11.2008, 20.00 Uhr, 5 €, Centraltheater Rangfoyer
Im Schatten der angekündigten Katastrophe
Vortrag / Diskussion mit geladenen Gästen
Wir sind daran gewöhnt, die Zukunft als freie Projektionsfläche unserer Erwartungen und Investitionen anzusehen. Doch hat sich die zeitliche Perspektive umgekehrt. Aus Zweigen werden Wurzeln. An einem unbestimmbaren Punkt vor uns steht potenziell eine massive Sperre, die sich allem Berechenbaren entgegensetzt. Dieses künftige Ereignis hat bereits angefangen, in die Gegenwart einzudringen. Das berühmte Bild des herumplatschenden Eisbären oder das persönliche Erlebnis von Wetterextremen sind keine Aktualität im gewöhnlichen Sinne, sondern Flash-forward-Effekte, Botschaften aus der Zukunft. Wir werden alle von diesen Signalen beeinflusst, allen voran diejenigen, die sie verdrängen. Die heranrückende kritische Schwelle stellt unsere sämtlichen Handlungen in ein neues Licht. Daher täte es not, anstelle von Milchmädchenrechnungen mit einer gründlichen Revision anzufangen. Die Frage ist nicht, wie viel von der Gegenwart gerettet werden kann, sondern vor welchem Teil davon wir uns retten sollen. Wenngleich ungewiss ist, ob das Unheil tatsächlich eintreten wird, ehe die Zukunft anbricht, brauchen wir die Drohung, um zu wissen, was es zu bewahren gilt. Nur ihre Voraussicht lässt uns erkennen, was wir wirklich schätzen.
Guillaume Paoli
Guillaume Paoli und die Prüfgesellschafter diskutieren mit:
Dietrich Böhler, Philosoph (Hans-Jonas-Zentrum Berlin)
Jan Zoellner, Umweltpsychologe (Universität Magdeburg)
Rainald Grebe, Künstler ("Alle reden vom Wetter")
Mehr zum Thema können Sie hier lesen.
09.10.2008, 19.30 Uhr, 5 €, Centraltheater Rangfoyer
Initialzündung
Hausphilosoph Guillaume Paoli trägt programmatische Irritationen vor. Anschließend: Feierliche Gründung der Prüfgesellschaft
21.09.2008, 18.30 Uhr, Centraltheater Rangfoyer
Erste Tagung und Sonderkonzil
KEIN G*** FÜR NIEMAND. Religionskritik im Zeitalter der Fundamentalismen. Szenische Lesung: „Gespräch zwischen einem Priester und einem Sterbenden“ (Marquis de Sade). Diskussion mit Mina Ahadi (Zentralrat der Ex-Muslime), Martin Hergert (Bund der Konfessionslosen), Joachim Kahl (Philosoph „Das Elend des Christentums“) und Guillaume Paoli (Hausphilosoph)
„Gespräch zwischen einem Priester und einem Sterbenden“
von Marquis de Sade
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