Scott Matthew
2007 sang er noch „I’m not special but it helped to know that someone thinks I am.”, 2011 heißt es hingegen „For some it seems a mistake, for me it's a way of life.“ Auf seinem dritten Soloalbum “Gallantry’s Favorite Son“ gibt sich Scott Matthew selbstbewusster und besteht scheu aber vehement auf seine Daseinsberechtigung abseits konservativer Denknormen. Ob mit seinen Soloalben, seiner Band Elva Snow, in der er zusammen mit Ex-Morrissey Schlagzeuger Spencer Cobrin spielt oder seinen Soundtrack-Beiträgen zu der Animationsreihe „Ghost in the Shell“ und dem Erotik-Drama „Shortbus“, Scott Matthew überzeugt mit verspielten wie auch experimentellen Songs. Am 2.10. stellt er sein neues Album Gallantry’s Favorite Son im Centraltheater vor.
Ein bärtiger Mann namens Scott Matthew hat sich uns schon vor langer Zeit als der vorgestellt, der sich mit seiner Musik ein Vertrauen erschleicht und den Hörer nach einer Albumlänge wieder verlässt. Muss man selbst schauen, wohin mit der Melancholie, wenn die digitale Anzeige auf dem CD-Player Stopp anzeigt.
2011 zeigt er sich aber wieder von seiner verlässlichen Seite. Er bleibt seinem Rhythmus treu, uns alle zwei Jahre ein neues Album zu präsentieren. Gewiss ist - unsere Ohren werden sich immer wieder an die Stimme erinnern, die zu rau ist, um klar zu sein. Die, die so sehnsüchtig klingt, dass man unweigerlich mit sehnsüchtelt. Die, an die man sich wendet, wenn man sich dazu entscheidet, die Augen zu schließen und sich auf einen intimen musikalischen Moment mit Scott Matthew einzulassen. Mit dem ersten Song „Black Bird“ von seinem Album „Gallantry’s Favorite Son“ beschwert er die Augenlider, um sie dann wie im Morgengrauen von „No Place Called Hell“ wieder zu erleichtern. So wird man mit diesem Song in fast heiterer Stimmung in den Alltag entlassen. Ungewöhnlich für Scott Matthew aber wie gewohnt melancholisch schön.





