Ryuichi Sakamoto

Mit seinem Musikprogramm hat sich das Centraltheater innerhalb kürzester Zeit als Ort für anspruchsvolle Konzertveranstaltungen etabliert. Die hohe Auslastung zeigt, dass dieses Angebot vom Publikum angenommen und als Bereicherung des Leipziger Kulturlebens empfunden wird.

In der neuen Spielzeit wird sich das stilistische Spektrum erweitern. Konzentrierte sich das Programm bislang auf Singer/Songwriter, Indie-Rock und experimentelle elektronische Musik, werden nun auch Minimal Music, Neo-Klassik und Neue Musik behutsam ins Programmprofil integriert. So wird Ryuichi Sakamoto am 11. Oktober zu Gast im Centraltheater sein. Der 1952 in Tokio geborene Komponist und Pianist zählt zu den weltweit bedeutendsten Exponenten des Musiklebens in Japan. Als Gründungsmitglied des Yellow Magic Orchestra, in gewisser Weise das asiatische Gegenstück zu Kraftwerk, ist er einer der Wegbereiter der elektronischen Popmusik und damit der Technokultur, die eine Dekade später, in den späten 80er Jahren, ihren globalen Siegeszug antrat.

Seit der Auflösung dieses Ensembles ist Sakamoto in ganz unterschiedlichen Kontexten in Erscheinung getreten. Die einzige Konstante in seiner Arbeit ist das Bemühen, scheinbar voneinander geschiedene Genres und kulturelle Welten – „ernste“ und „unterhaltende“ Musik, die Traditionen der westlichen und östlichen Hemisphäre, „Kitsch“ und „Kunst“ – miteinander in Beziehung zu setzen. Zu seinem internationalen Ruhm haben nicht zuletzt die von ihm komponierten Soundtracks zu teils Oscar-prämierten Filmproduktionen wie „Merry Christmas, Mr. Lawrence“ von Nagisa Oshima, „Der letzte Kaiser“ von Bernardo Bertolucci oder „Femme Fatale“ von Brian De Palma beigetragen.

Bei seinem Gastspiel in Leipzig erleben wir Sakamoto solo am Klavier.

In Deutschland ist er zuletzt im Jahr 2005 aufgetreten, im Duett mit dem Musiker und Künstler Carsten Nicolai, der im Februar dieses Jahres gemeinsam mit Olaf Bender/Byetone und Pantha du Prince ein vielbeachtetes Konzert auf der Hinterbühne des Centraltheater gegeben hat.

                                        Christoph Gurk

www.sitesakamoto.com

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