Port O’Brien / Laura Gibson

„Threadbare“, zerschlissen – so der Titel des Ende letzten Jahres erschienenen neuen Albums, Nachfolger des so erfolgreichen „All We Could Do Was Sing“ von 2008. Die Band um Van Pierszalowski und Cambria Goodwin schlägt darauf intimere Klänge an – begründet in einem schweren Schicksalsschlag, dem Unfalltod des Bruders Cambrias. Verarbeitung, Flucht und Therapie statt der gewohnten Euphorieschwälle. Dass die Band dabei die Intensität ihrer in Folk und Indie verwurzelten Songperlen eher noch untermauert und dabei auf eine ganz neue Ebene hebt, ist quasi Nebenwirkung. „Threadbare“ zeigt aber auch, dass Goodwin und Pierszalowski dabei die Verarbeitung des Erlittenen gelungen ist. Port O’Brien bringen uns im April eine Mischung aus facettenreichen, melancholischen Songs, die zugleich aber voller Hoffnung und zu jeder Zeit aufwühlend und berührend sind.

Minimalistischer als Port O’Brien, wenngleich mit ähnlichen Affinitäten in Richtung nordamerikanischer Folk/Country-Tradition, bringt Laura Gibson eine charmante Einstimmung in den Abend. Mit ihren gelassenen, heiteren und doch auf sinister gestimmten Songs, über denen ihr wunderbar fragiler Gesang in (Fast-)Jazz-Gefilden schwebt, ist Gibson in der kreativen Folk-Szene von Portland, Oregon um befreundete Künstler wie Laura Veirs oder M. Ward zu verorten.

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