Ihr habt es nicht ANDERS gewollt ...!
Eine zweitägige Revue zum ehemaligen Underground in der DDR
19.30 Uhr
Poesie des Untergrunds
Ein Film von Matthias Aberle (2009)
Anschließend: Diskussion
21.00 Uhr
Freunde der italienischen Oper (feat. Rummelsnuff)
Mit der Friedlichen Revolution brach nicht nur das DDR-System zusammen. Genauso radikal änderten sich die Existenzbedingungen des künstlerischen Untergrunds. Viele Akteure sind seitdem verschwunden. Andere – wie Carsten Nicolai, Olaf Bender, Ronald und Robert Lippok, Bernd Jestram oder Flake Lorenz – eroberten mit dem Label Raster-Noton oder Gruppen wie Tarwater, To Rococo Rot und Rammstein die weite Welt. In Kontrast zu den allgegenwärtigen und reibungslosen Mauerfall-Feiern kommt im Centraltheater eine beeindruckende Zahl kritischer Akteure zusammen. Sie bewegen sich quer durch die Genres, passend zu den damals vorherrschenden Wechselwirkungsprozessen, bei denen Musiker aus dem Punk-Umfeld mit Szeneliteraten, Super-8-Filmern oder performativ bildenden Künstlern kooperierten. Einige davon, wie die dem Sixties-Rock zugeneigten Herbst in Peking oder das berühmte Vater-Sohn-Duo Herr Blum, sind unter altem Namen wieder aktiv. Gruppen wie die Wave-Könige Die Art, die ein spezielles Set mit Klassikern ihrer Vorläufergruppe Die Zucht spielen werden, oder die krachverliebten Exil-Karl-Marx-Städter Die Gehirne waren hingegen nie wirklich weg. Besonders gespannt sein darf man auf die theateraffinen Freunde der italienischen Oper aus Dresden und einen Gastauftritt ihres früheren Keyboarders Roger Baptist, der heute als Rummelsnuff die Muskeln spielen lässt; auf die Reunion des Berliner Klangchamäleons Ornament & Verbrechen; auf das Industrial-Performance-Projekt Pffft… mit Musikern der Leipziger Punk-Legende Wutanfall und der Kartoffelschälmaschine aus (jetzt) Chemnitz. Begleitend präsentieren wir ein mal dokumentarisches, mal trashiges Filmprogramm und Auftritte zeitlos relevanter Dichter wie Bert Papenfuß und Peter Wawerzinek, das Ganze gerahmt von einem „Grenzpunkt Null“ mit der lebenden Repetiermaschine Rex Joswig. Ein ganz ANDERER Abgesang auf die DDR, der reichlich Stoff für Diskussionen liefert!
Alexander Pehlemann / Christoph Gurk





