Caribou / Barbara Panther

Wenn es in diesem Jahr ein Album gegeben hat, auf das sich Clubgänger und Freunde der Independent-Musik gleichermaßen einigen konnten, dann ist es Swim, das dritte Album von CARIBOU. Wer dieses meisterhafte Werk, das avancierteste Klangforschung mit größtmöglicher Funktionalität vereint, zu Ohren bekommt, wird kaum glauben können, dass sich hinter dem rustikalen Bandnamen das Solo-Projekt eines konvertierten Naturwissenschaftlers verbirgt. Bevor sich der 1979 in der Nähe von Toronto geborene Daniel Snaith der Musik zuwandte, schlug er, ähnlich seinen Eltern, die beide Professuren an englischen Universitäten innehaben, eine akademische Laufbahn als Mathematiker ein. Unter dem Pseudonym MANITOBA veröffentlichte er zwei Alben und eine Reihe von EPs, die sich stilistisch im Fahrwasser der CHEMICAL BROTHERS und von DJ SHADOW bewegten, bis ihn ein Urheberrechtsstreit zwang, sein Projekt umzubenennen. Enthielt das erste unter dem Namen CARIBOU veröffentlichte Album noch zahlreiche Reminiszenzen an die psychedelische Musik der 60er Jahre, urteilte die Fachzeitschrift Spex über den weitaus eingängigeren Nachfolger Swim nicht ganz zu Unrecht, mit seinem neuen Werk sei Daniel Snaith das Kunststück gelungen, genau die Platte zu machen, die HOT CHIP zuletzt „nicht mehr schreiben konnten oder nicht mehr schreiben wollten“. Beim Konzert am 14. November im Centraltheater verleiht Daniel Snaith seiner Musik mit einer vierköpfigen Band die für die Bühnentauglichkeit notwendige Schlagkraft. Die aufwendigen Visuals kommen von bildenden Künstlern aus London, der Stadt, in der Daniel Snaith mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt hat.

                                             Christoph Gurk

DJS SUPPORT: SMILLA (CARAMBA!RECORDS) & STEFFEN BENNEMANN (NACHTDIGITAL) SchubladenKonsortium

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