Karl-May-Festspiele Leipzig (UA)

Von Rainald Grebe

„Eigentlich ist es was für Kinder“ (Rainald Grebe)

Karl May, ein Popstar aus Sachsen. Der meistgelesene Autor deutscher Sprache. Phantast und Hochstapler. Schreibtischglobetrotter. Altes Kind. Traumproduzent für Millionen.

Die WildWest-Sehnsucht, die Indianerbegeisterung, die er maßgeblich auslöste, haben in Deutschland eine lange Tradition. Aber sind sie noch lebendig? Auf dutzend Freilichtbühnen im deutschsprachigen Raum reiten jeden Sommer immer noch die Guten und die Bösen.

In der DDR gab es Gojko Mitic. In der BRD Pierre Brice. Ein serbischer Sportstudent und ein französischer Dressman als deutsche Musterindianer in deutschen Heimatfilmen. Gedreht in Kroatien. Karl May hätte seine Freude gehabt.

Und doch ist es eine Reise in die Vergangenheit. Die Zeit des Karl-May-Fiebers ist vorbei. Warum? Cowboyhut und Federschmuck sind keine Verkleidung mehr für Jugendliche. Der Wilde Westen taugt nicht mehr als Sehnsuchtsort.

Wir haben eine Reise gemacht in die Reservate des Wilden Ostens. Line-Dance im Oderbruch. Ein Countryfest im Erzgebirge. Eine Westernstadt in Templin.

Ein Bisonzüchter in Grimma. Eine Indianerkommune in Brandenburg.

Eine Reise zu  deutschen Schamanen, Hartz-IV-Cowboys und Hobbyapachen.

Willkommen in der Naturbühne Centraltheater. In memoriam Karl May.

                                          Rainald Grebe

mit: Martin Brauer, Rainald Grebe, Manuel Harder, Hagen Oechel, Holger Stockhaus, Jens-Karsten Stoll, Anita Vulesica, Klaus-Dieter Werner und viele stolze Indianer

Regie: Rainald Grebe
Bühne: Jürgen Lier
Kostüme: Kristin Hassel
Licht: Carsten Rüger
Dramaturgie: Uwe Bautz / Johannes Kirsten

Dauer: 2 Stunden


Weiteres Material unter Denken+Handeln


© Christoph Busse

www.christophbusse.de