Arsen und Spitzenhäubchen

Komödie von Joseph Kesselring

1941. Stalins Russland wird von Hitlers Truppen überfallen. Mit Pearl Harbor tritt Amerika in den Krieg ein und rückt nach Osten. Grönland wird entnazifiziert. 1941: Der Schauspieler und Autor Joseph Kesselring schreibt den unsterblichen Broadway-Kassenschlager „Arsen und Spitzenhäubchen“. Der noch im selben Jahr entstandene Film mit Cary Grant kann wegen des großen Erfolgs des Theaterstücks jedoch erst 1944 in die Kinos kommen … Die Welt stürzt ins Chaos, doch im Heim von Martha und Abby herrschen penible Ordnung und provinzielle Gemütlichkeit. Zumindest in den oberen Etagen. Zumindest auf den ersten Blick … Auf den ersten Blick lassen in dieser legendären Komödie zwei hilfsbereite schwarze Witwen mit Leidenschaft für (vergifteten) Holunderbeer-Wein ihre Leichen im Keller vergraben – von ihrem unzurechnungsfähigen Neffen, der sich für den Präsidenten der USA Teddy Roosevelt hält und komischerweise auch Teddy heißt. Aber sind es wirklich nur alleinstehende Herren, denen die beiden „Erlösung“ verschaffen – oder werden hier ganz andere Altlasten entsorgt? Und was hat der Bau des Panama-Kanals mit alldem zu tun? Warum schöpft die örtliche Polizei so gar keinen Verdacht? Warum kommt der verlorene Sohn ausgerechnet jetzt nach Hause? Und warum lässt er sich von Dr. Einstein, einem schweren Alkoholiker, regelmäßig ein neues Gesicht designen? In dieser außergewöhnlichen Komödie steigt bei allen Beteiligten die Angst, irre zu werden, an der Vertracktheit dieser Welt und an deren Wahnsinn zu scheitern. Aber ist Wahnsinn wirklich vererbbar? Und was bedeutet das alles für uns heute?

                                             Uwe Bautz


mit Maximilian Brauer, Sebastian Grünewald, Ellen Hellwig, Peter René Lüdicke, Sarah Sandeh, Clemens Schönborn, Holger Stockhaus, Barbara Trommer

Regie: Sebastian Hartmann
Bühne: Susanne Münzner
Kostüme: Susanne Münzner
Musik: Friederike Bernhardt
Licht: Lothar Baumgarte
Dramaturgie: Uwe Bautz

Dauer: 2 Stunden 40 Minuten, eine Pause


Weiteres Material unter Denken+Handeln