Der centrale Film:
Horst Buchholz ... Mein Papa
Deutschland 2005, 90 Min.
Mein Vater war jemand, der nicht gerne über sich gesprochen hat. „Du musst erzählen. Es muss raus. Ich könnte dir die Fragen stellen.“ So haben wir 2001 angefangen, unsere Gespräche zu filmen. Das Rohmaterial ist die Basis für diesen Film geworden. Papa ist am 3. März 2003 gestorben. Er war 69. Viel zu jung. Aber er war müde und hatte das Gefühl, im Déjà-vu zu leben. Ich wollte ihn besser verstehen, ihn mit sich selbst konfrontieren, ihn vor seine Widersprüche stellen. So habe ich im Laufe zweier Jahre mehrere Stunden Gespräche aufgezeichnet, in denen sich mein Vater wie noch nie geöffnet hat. Das Filmporträt soll weder eine Abrechnung zwischen Vater und Sohn, noch eine Hommage an einen Weltstar sein. Man soll die Höhen und die Tiefen im Leben dieses Mannes verstehen können. Wie es für ihn war, so jung bereits ein Star zu sein und dann nie mehr den Weg ganz nach oben zu finden. Sich selbst im Weg zu stehen und die falschen Entscheidungen zu treffen, depressiv zu sein und sich in den Alkohol zu flüchten. Nie bitter zu werden und im Grunde seines Herzens und seiner Seele immer ein Kind zu bleiben, das zu lachen und zu weinen liebte.
Christopher Buchholz
Horst Buchholz wurde 1956 als ungestümer Rebell im Film „Die Halbstarken“ zum „Star der Lost Generation“ (Georg Seeßlen) des jungen bundesdeutschen Kinos. Die Hauptrolle in „Die Bekenntnisse des Hochstablers Felix Krull“ brachte ein Jahr später den internationalen Durchbruch. Buchholz ging nach Hollywood, wo er 1960 mit Yul Brynner und Steve McQueen in „Die Glorreichen Sieben“ und 1961 in Billy Wilders Ost-West-Komödie „Eins, zwei, drei“ spielte. Ab den 70er Jahren konzentrierte er sich auf Theater- und TV-Produktionen. 1993 feierte er in Wim Wenders’ „In weiter Ferne, so nah“ ein beachtliches Kinocomeback, für das er bei den Filmfestspielen Cannes den „Großen Preis der Jury“ erhielt. Seine letzte große Rolle spielte Horst Buchholz 1997 als KZ-Arzt in Roberto Benignis „Oscar“-prämiertem Welterfolg „Das Leben ist schön“.
Buch und Regie: Christopher Buchholz, Sandra Hacker
Montage: Jean-Marc Lesguillons
Mit: Horst Buchholz, Myriam Buchholz-Bru, Christopher Buchholz, Heidi Dietrich, Simran Kaur Khalsa
Eine Koproduktion der SAY CHEESE PRODUCTIONS mit SWR und RBB. In Zusammenarbeit mit ARTE.
