Der centrale Film

Georg Elser - Einer aus Deutschland


Im Anschluss an die Vorführung Publikumsgespräch mit Klaus Maria Brandauer


8. November 1939. Im Münchner Bürgerbräukeller explodiert eine Bombe. Das Attentat galt Adolf Hitler, der dort noch vor wenigen Minuten eine Rede gehalten hatte. Lediglich durch ein unerwartetes Abweichen vom offiziellen Zeitplan entgeht Hitler dem ersten gegen seine Person gerichteten Attentat – um nur dreizehn Minuten. Doch wer war der Mann hinter der Bombe? Der Film erzählt die Geschichte des ersten Hitler Attentäters Georg Elser. Der schwäbische Schreiner und Hilfsuhrmacher, 35 Jahre, hatte die Zeitbombe, die um 21.20 Uhr explodierte gebastelt und gelegt. Elser ist ein stiller, introvertierter Einzelgänger. Seine Abneigung gegen das Regime äußert er auf seine eigene stille Art und Weise. Kleine Gesten, wie die Verweigerung des Hitlergrußes oder Äußerungen im privaten Kreis gegen den Krieg machen ihn zum Antifaschisten. Aber selbst dieser kleine, private Ungehorsam führt für Elser zu einer demütigenden Bestrafung. Einige junge Männer wollen ihn auf menschenunwürdige Weise zur Einhaltung der allgemeingültigen Grußform, des Hitlergrußes, bringen und urinieren bei dessen Missachtung gewaltsam auf seinen Kopf. Letztendlich folgt, nach der eigenen sehr persönlichen Demütigung, die Erkenntnis über die Gewalt und Ungerechtigkeit, die auch andere in seinem Umfeld erfahren. 1938 beobachtet Georg Elser, wie in München eine jüdische Nachbarsfamilie verhaftet und abtransportiert wird. Die Beobachtung trifft auf den großen Gerechtigkeitssinn Georg Elsners. Die Deportation der jüdischen Familie verstärkt den Wunsch nach einem politischen Umschwung so stark, dass Elser beschließt, das Naziregime mit einem Tyrannenmord auf eigene Faust zu beenden. Er beginnt mit den Vorbereitungen für einen Anschlag. In mühsamer Kleinstarbeitbaut der Uhrmacher eine sehr funktionstüchtige Bombe. Hitler muss beseitigt werden und am 8. November 1939 bietet sich die Gelegenheit. Hitler soll an diesem Tag eine Rede zum Jahrestag des misslungenen Putschversuches von 1923 halten. Georg Elser sieht seine Chance Hitler zu töten und so den gerade begonnenen Krieg zu beenden. Eine Säule hinter dem Rednerpult wird mit dem tödlichen Sprengsatz präpariert. Doch der Anschlag schlägt fehl, und obwohl der Sprengsatz pünktlich detoniert, ist es zu spät. Georg Elser wird bei dem Versuch in die Schweiz zu fliehen verhaftet und in das Konzentrationslager Dachau gebracht, wo er 1945 im Alter von 42 Jahren ermordet wird. Elser wird zu einem eher unspektakulären, fast vergessenen Helden der Nazizeit.

                                        Novapool Pictures

Regie: Klaus Maria Brandauer
Drehbuch: Stephen Sheppard
Produzent: Rainer Söhnlein, Moritz Bohrmann
Mit: Klaus Maria Brandauer, Rebecca Miller, Brian Dennehy, Nigel le Vaillant, Maggie O`Neill u.v.a.