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Arnas Kinder

Ein Film von Juliano Mer Khamis; IL/NL 2003, 84 Min.

Das Spinnwerk startet in dieser Spielzeit seine zweijährige Kooperation mit dem Freedom Theatre im Flüchtlingslager Dschenin im palästinensischen Westjordanland. Unter dem Titel „Mein Land Biladi“ werden 20 Jugendliche aus Leipzig und Dschenin am jeweiligen Ort gemeinsame Theaterinszenierungen entwickeln, die sich mit ihrem Leben auseinandersetzen (Biladi, arabisch: mein Land).

Juliano Mer Khamis, jüdisch-palästinensischer Schauspieler, Regisseur und Leiter des Freedom Theatre, zeigt mit „Arnas Kinder“ einen beeindruckenden Film über die wechselvolle Geschichte dieser Bühne.

Seine Mutter Arna, ihrerseits Kind jüdischer Eltern, gründet nach der ersten Intifada 1987 in Dschenin mehrere Kinderhäuser und ein Theater – Rückzugsorte jenseits des alltäglichen Kriegsschauplatzes, an denen „Kindheit“ möglich werden soll.

Mit Hilfe ihres Sohnes sammelt sie eine Gruppe von 9- bis 10-jährigen palästinensischen Kindern um sich. Gemeinsam proben sie Theaterstücke; die Jugendlichen bekommen aber auch psychologische Betreuung.

Mer Khamis begleitet sie mit der Kamera. Als das Theater nach dem Tod seiner Mutter 1995 geschlossen werden muss, hält er den Kontakt. Im April 2002 versucht die israelische Armee, das Flüchtlingslager, das als Keimzelle des palästinensischen Terrors gilt, gewaltsam unter Kontrolle zu bringen: 150 Häuser werden zerstört, mehr als 400 Familien obdachlos. 52 Palästinenser und 23 israelische Soldaten sterben. Auch das Theater wird zerstört. Wenige Tage nach der Invasion fährt Mer Khamis wieder nach Dschenin, auf der Suche nach den Kindern des Theaters. Viele von ihnen leben nicht mehr.

Für ihre hingebungsvolle Arbeit wurde Arna Mer Khamis 1993 in Stockholm mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. „Arnas Kinder“ wird mit zahlreichen Preisen geehrt, u. a. als Bester Dokumentarfilm auf dem Tribeca Filmfestival (USA) und beim Hot Docs Filmfestival (Kanada). 2006 gründet Juliano Mer Khamis das Freedom Theatre erneut …

                                    Anja Nioduschewski