PROLOG DES FROSCHKÖNIGS
Ich bin allein, warum, warum?
Will keine denn mein Märchen spielen?
Am Brunnen hänge ich dumm rum,
und das als König unter vielen.
Fröschen, die die Welt durchhüpfen,
quaken, sich vermehren.
Liebesbande will ich knüpfen,
nach Küssen mich nicht verzehren!
Die 12. Fee hat mir erzählt,
dass bald die beiden glücklich sind,
nur ich, ich fühle mich gequält,
wo ist für mich ein Königskind?
Wenn’s Tisch und Bettchen mit mir teilt,
mich herzt und liebt und nicht enteilt,
dann werd ich’s gaanz doll … küssen!!
Liedtext von Martina Eitner-Acheampong
LIED VON DER ZEIT
Grad vier Wochen erst alt, da blickt ’s Baby dich an,
wenn du lächelst, dann lächelt’s zurück.
Mit einem Jahr es schon laufen kann,
jeder Augenblick war und ist Glück!
Und die Zeit saust dahin, vier, fünf Jahre sind’s schon,
die Milchzahnfee kommt in der Nacht.
Veränderung ist der Zeiten Lohn,
das Kind ist groß, eh du’s gedacht.
Jetzt, jetzt, jetzt!
Die Zeit verrinnt langsam und schnell.
Sie hat eine Richtung, sie geht stets voran,
doch ist der Moment auch ihr Quell.
Jetzt, jetzt und jetzt!
Vergangenheit, Zukunft und Jetzt!
Du erschaffst jeden kostbaren Augenblick,
schieb nichts auf, leb beherzt bis zuletzt.
Nur manchmal schleppt sich alles dahin,
Langeweile macht trostlos sich breit.
Doch die graue Trübsal hat auch ihren Sinn:
Es kommt schon noch die rechte Zeit.
Jetzt, jetzt, jetzt!
Die Zeit verrinnt langsam und schnell.
Sie hat eine Richtung, sie geht stets voran,
doch ist der Moment auch ihr Quell.
Jetzt, jetzt und jetzt!
Vergangenheit, Zukunft und Jetzt!
Du erschaffst jeden kostbaren Augenblick,
dein Leben glückt zu guter Letzt.
Jetzt,
Jetzt,
Jetzt!
Liedtext von Martina Eitner-Acheampong
ICH WUNDRE MICH ÜBER DAS LEBEN
Ich wundre mich über das Leben,
ich werd heut schon 15 Jahr!
Gedanken rasen und schweben,
was ist Lüge und was ist wahr?
Ich wundre mich über das Leben,
ich werd heut schon 15 Jahr!
Woher kommt in mir dieses Beben?
Und noch immer ist mir nicht klar:
Warum darf ich nicht raus?
Aus Familie und Haus?
Was verheimlicht ihr mir?
Ist das Leben wie ’n Sturm?
Was ist oben im Turm?
Gar ein wildes Tier?
Bin ich schön, wie ich bin?
Hat mein Dasein Sinn?
Was wird mir so kalt und ich frier?
Wieso bin ich allein?
Gibt’s ’nen Herzliebsten mein?
Warum ist er noch nicht hier?
Ja, ich wundre mich übers Leben,
ich bin jetzt schon 15 Jahr!
Ich spüre in mir dieses Beben,
heut’ wird sicher einiges klar!
Liedtext von Martina Eitner-Acheampong
DOCH! DOCH! DOCH!
Es ist so viel, ganz viel zu tun.
Die Soße für das Bratenhuhn,
Pudding rühren, Saft gepresst,
kochen für das Freudenfest.
Wo ist Mäxchen!
Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist der Schnellste im ganzen Land?
Das ist der Koch.
DOCH! DOCH! DOCH!
Ich renne nicht, ich sitze viel.
Wegen der Figur.
Ich esse nichts, ich koste bloß.
Von Mäxchen keine Spur.
Wo ist MÄXCHEN!
Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist der Dünnste im ganzen Land?
Das ist der Koch.
DOCH! DOCH! DOCH!
Ihr seid ganz bös, ihr seid gemein.
Ich stehe hier, ich bin allein.
Die dicke schwarze Katze
droht mit ihrer Tatze.
Wo ist Mäxchen!
Wurst für den Durst,
Spaghetti aufs Brot,
Torte mit Speck,
Mäxchen ist weg.
Nutella mit Fisch
bring ich auf den Tisch –
ich werd wahnsinnig.
Sieben ist die Unglückszahl.
Die 13 wird mir auch zur Qual.
Am Freitag kommt der schwarze Mann,
bringt Pech und Pein und Ärger an.
Spieglein, Spieglein an der Wand,
wer ist der Tapferste im ganzen Land?
Das ist der Koch.
DOCH! DOCH! DOCH!
Liedtext von Berndt Stübner
SPINNRAD-LIED
Sirrend, flirrend und drehend
spinnt sich das Garn,
aus Flachs, weich wie ein Bart.
Sausend, gleitend und schwebend
tanzt durch die Hand
der Faden, fein und zart.
Sirre, flirre und sause!
Vorwärts dreht sich
das Rad, als ob es lebt.
Spindel zwirnt ohne Pause
haltbares Garn,
wenn’s Schicksal Leben webt.
Komm her, komm ran!
Fass zu, fass an!
Liedtext von Martina Eitner-Acheampong
ZU GUTER LETZT
Geträumt hat der Prinz von dem Mädchen im Schloss,
und sie träumte von ihm, er wär dort.
Da sattelte er sein prächtigstes Ross
und zur rechten Zeit war er vor Ort.
Jetzt, jetzt, jetzt!
100 Jahre lang hin bis zum Jetzt!
Nun blühen die Rosen, Dornröschen ist frei,
die Liebe hat sich durchgesetzt.
Jetzt, jetzt und jetzt.
Wie herrlich wird’s zu guter Letzt.
Nur Zeit hat’s gebraucht, doch nun ist es so weit,
das Glück beginnt immer grad jetzt.
Jetzt, jetzt, jetzt!
100 Jahre lang hin bis zum Jetzt!
Nun blühen die Rosen, Dornröschen ist frei,
die Liebe hat sich durchgesetzt.
Jetzt, jetzt und jetzt.
Wie herrlich wird’s zu guter Letzt.
Nur Zeit hat’s gebraucht, doch nun ist es so weit,
das Glück beginnt immer grad jetzt.
Liedtext von Martina Eitner-Acheampong
ICH WARTE UND WARTE
Ich warte und warte so ewig lang,
dass hier endlich mal einer kommt,
der Dornröschen und
das verwunschne Schloss
erlöst, und zwar schnell und prompt.
Doch leider, die Prinzen und Ritter,
die da warn in all der Zeit,
sie hängen hier rum
oder zischten schnell ab
voll Ärger oder Feigheit.
Liedtext von Martina Eitner-Acheampong
Dornröschen
Jacob und Wilhelm Grimm
Vor Zeiten war ein König und eine Königin, die sprachen jeden Tag: „Ach, wenn wir doch ein Kind hätten!“, und kriegten immer keins. Da trug es sich zu, als die Königin einmal im Bade saß, daß ein Frosch aus dem Wasser ans Land kroch und zu ihr sprach: „Dein Wunsch wird erfüllt werden, ehe ein Jahr vergeht, wirst du eine Tochter zur Welt bringen.“
Was der Frosch gesagt hatte, das geschah, und die Königin gebar ein Mädchen, das war so schön, daß der König vor Freude sich nicht zu fassen wußte und ein großes Fest anstellte. Er ladete nicht bloß seine Verwandten, Freunde und Bekannten, sondern auch die weisen Frauen dazu ein, damit sie dem Kind hold und gewogen wären. Es waren ihrer dreizehn in seinem Reiche, weil er aber nur zwölf goldene Teller hatte, von welchen sie essen sollten, so mußte eine von ihnen daheim bleiben.
Das Fest ward mit aller Pracht gefeiert, und als es zu Ende war, beschenkten die weisen Frauen das Kind mit ihren Wundergaben: die eine mit Tugend, die andere mit Schönheit, die dritte mit Reichtum und so mit allem, was auf der Welt zu wünschen ist. Als elfe ihre Sprüche eben getan hatten, trat plötzlich die dreizehnte herein. Sie wollte sich dafür rächen, daß sie nicht eingeladen war, und ohne jemand zu grüßen oder nur anzusehen, rief sie mit lauter Stimme: „Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen.“ Und ohne ein Wort weiter zu sprechen kehrte sie sich um und verließ den Saal. Alle waren erschrocken, da trat die zwölfte hervor, die ihren Wunsch noch übrig hatte, und weil sie den bösen Spruch nicht aufheben, sondern ihn nur mildern konnte, so sagte sie: „Es soll aber kein Tod sein, sondern ein hundertjähriger tiefer Schlaf, in welchen die Königstochter fällt.“ >> weiter


