FRAUEN SIND WIE FEUERWAFFEN. GEFÄHRLICH SIND SIE NUR IN DEN HÄNDEN UNERFAHRENER!
Hugh Hefner
Der Abenteurer
I
Wenn er unter jene welche waren
trat: der Plötzliche, der schien,
war ein Glanz wie von Gefahren
in dem ausgesparten Raum um ihn,
den er lächelnd überschritt, um einer
Herzogin den Fächer aufzuheben:
diesen warmen Fächer, den er eben
wollte fallen sehen. Und wenn keiner
mit ihm eintrat in die Fensternische
(wo die Parke gleich ins Träumerische
stiegen, wenn er nur nach ihnen wies),
ging er lässig an die Kartentische
und gewann. Und unterließ
nicht, die Blicke alle zu behalten,
die ihn zweifelnd oder zärtlich trafen,
und auch die in Spiegel fielen, galten.
Er beschloß auch heute nicht zu schlafen
wie die letzte lange Nacht, und bog
einen Blick mit seinem rücksichtslosen
welcher war: als hätte er von Rosen
Kinder, die man irgendwo erzog.
II
In den Tagen – (nein, es waren keine),
da die Flut sein unterstes Verlies
ihm bestritt, als wär es nicht das seine,
und ihn, steigend, an die Steine
der daran gewöhnten Wölbung stieß,
fiel ihm plötzlich einer von den Namen
wieder ein, die er vor Zeiten trug.
Und er wußte wieder: Leben kamen
Wenn er lockte; wie im Flug
Kamen sie: noch warme Leben Toter,
die er, ungeduldiger bedrohter,
weiterlebte mitten drin;
oder die nicht ausgelebten Leben,
und er wußte sie hinaufzuheben,
und sie hatten wieder Sinn.
Oft war keine Stelle an ihm sicher,
und er zitterte: Ich bin - - -
doch im nächsten Augenblicke glich er
dem Geliebten einer Königin.
Immer wieder war sein Sein zu haben:
Die Geschicke angefangener Knaben,
die, als hätte man sie nicht gewagt,
abgebrochen waren, abgesagt,
nahm er auf und riß sie in sich hin;
denn er mußte einmal nur die Gruft
solch Aufgegebener durchschreiten,
und die Düfte ihrer Möglichkeiten
lagen wieder in der Luft.
Rainer Maria Rilke, 1907/08
EINE UNTERDRÜCKTE ODER ZURÜCKGEDRÄNGTE LEIDENSCHAFT BRICHT HERVOR, DIE BEFRIEDIGTE LIEBE VERSTEHT, SICH ZU VERBERGEN.
Voltaire
Das Abenteuer
Der Abenteurer ist das stärkste Beispiel des unhistorischen Menschen, des Gegenwartswesens. Er ist einerseits durch keine Vergangenheit bestimmt […], andererseits besteht die Zukunft für ihn nicht. Ein extrem charakteristischer Beleg dafür ist, daß Casanova, wie aus seinen Memoiren zu ersehen ist, soundso oft im Lauf seines erotisch-abenteuerlichen Lebens ernsthaft beabsichtigte, eine Frau, die er gerade liebte, zu heiraten. Bei dem Naturell und der Lebensführung Casanovas war etwas Widerspruchvolleres, innerlich und äußerlich Unmöglicheres nicht ausdenkbar. Casanova war nicht nur ein vortrefflicher Menschkenner, sondern ersichtlich auch ein seltener Kenner seiner selbst; und obgleich er sich sagen mußte, daß er eine Ehe nicht vierzehn Tage ausgehalten hätte, […] so verschlang der Rausch des Augenblicks (wobei ich den Akzent mehr auf den Augenblick als auf den Rausch legen möchte) die Zukunftsperspektive gleichsam mit Haut und Haaren. Weil ihn das Gegenwartsgefühl unbedingt beherrschte, wollte er ein Verhältnis für die Zukunft eingehen, das gerade durch sein Gegenwartsnaturell unmöglich war.
Georg Simmel, 1911
WENN ICH DIR WAS RATEN DARF: SIEH DAS UNVERMEIDLICHE POSITIV! GENIESS DIE MÄNNER, ABER VERLANGE NICHT, DASS SIE DICH AUSFÜLLEN!
Sex and the City

