Ich würde mir das gerne mal von vorne ansehen, das Desaster.“

                                              Rainald Grebe

Infoblatt zur Klimaneutralen Veranstaltung hier
Wieso 18 Cent? CO2-Kalkulation zur Klimarevue hier

„Der Anstieg des CO2 wird zukünftigen Menschen
erlauben, unter einem wärmeren Himmel zu leben.“


Svante Arrhenius, (1859–1927), schwedischer Physiker und Chemiker, Nobelpreisträger für Chemie 1903

Sachsen

Aus: „Alle reden vom Wetter. Die Klimarevue“, Centraltheater Leipzig 2008
Musik + Text: Rainald Grebe

Kennst du das Land mit den Pelikanen,
kennst du das Land mit den Lianen,
kennst du das Land, wo die Datteln wachsen?

Kennst du das Land mit den Pinienkernen,
du kennst es nicht, du wirst es kennenlernen,
wo die schönen Mädchen auf den Palmen wachsen?

Kennst du das Land, es liegt im Süden
von Lappland und Schweden?
Wo Finnen, Färöer und die Dänen
sich verwöhnen und relaxen?

Das ist Sachsen.

Das Klima kennt Gewinner und Verlierer,
das steht in meinem Reiseführer.
Der Freistaat Sachsen kann sich glücklich schätzen,
Gemütlichkeit unter Moskitonetzen

Das ist Sachsen.

Der Sachse sagt: Wieso Katastrophe?
Der Sachse gewöhnt sich doch an alles.
Der Chianti aus Chemnitz ist sehr lecker
und der Bordeaux aus Bautzen sowieso …

Das ist Sachsen, das ist Sachsen. Sonniges, sonniges Sachsen
Das ist Sachsen, das ist Sachsen. Sonniges, sonniges Sachsen

Ob Leipzig, Dresden, Chemnitz, Meißen,
es ist ganz egal, wie die Käffer heißen,
Pirna, Plauen, Wiedemar,
Weinanbau und Malaria …

Das ist Sachsen, das ist Sachsen. Sonniges, sonniges Sachsen
Das ist Sachsen, das ist Sachsen. Sonniges, sonniges Sachsen

Ob Leipzig, Dresden, Chemnitz, Meißen,
Morgenröthe und Rautenkranz,
Wurzen, Döbeln, Crimmitzschau,
überall Opiumfelder und Weinanbau.

Kaffeeplantagen, Kaffeeplantagen, Kaffee’s coming home …
… zum Kaffeesachsen, Sachsen, der Mensch gewöhnt sich an alles.
Ich hab Marokkogefühle, ich hab Marokkogefühle, ich hab Marokkogefühle,
ich hab Marokkogefühle in Sachsen.

Folge dem Ruf der Zikade nach Sachsen,
ins Land der Zitronenlimonade, das ist Sachsen, das ist Sachsen …
Der Mensch gewöhnt sich doch an alles in Sachsen …
Eine Finca in Grimma mit Olivenhain,
so schön kann das Leben in Sachsen sein.

Folge dem Ruf der Zikade nach Sachsen,
ins Land der Zitronenlimonade, das ist Sachsen, das ist Sachsen …
Der Mensch gewöhnt sich doch an alles in Sachsen …
Eine Finca in Grimma mit Olivenhain,
so schön kann das Leben in Sachsen sein.

Das ist Sachsen, das ist Sachsen, stell dir vor, das ist Sachsen
das ist Sachsen, das ist Sachsen, stell dir vor, das ist Sachsen
das ist Sachsen, das ist Sachsen, stell dir vor, das ist Sachsen
das ist Sachsen, das ist Sachsen. Sonniges, sonniges Sachsen …


Flash ist Pflicht!

Mein neues grünes Leben

Von Alexa Hennig von Lange

Als vierjähriges Mädchen saß ich auf den Schultern meines Vaters, der zwischen lauter langhaarigen Demonstranten in Norwegerpullovern und mit Nickelbrillen stand, und wir alle riefen: „ATOMKRAFT? NEIN DANKE“. Anfang der 80er Jahre erreichte dann die Phase „saurer Regen“ ihren Höhepunkt. Überall sahen wir Bilder von entlaubten oder degenerierten Bäumen vor rot flammendem Hintergrund. Wir ahnten: Den Rest unseres Daseins werden wir vermutlich hinter Gasmasken oder unter Sauerstoffzelten verbringen. Doch es kam noch schlimmer. 1986 passierte das Reaktorunglück in Tschernobyl. In der Hoffnung, dem schleichenden Tod zu entkommen, stiegen meine Familie und ich ins Auto und fuhren los. Wohin, wussten wir nicht. […]

Heute könnten wir sagen: „Es ist doch alles gut gegangen! Die Bäume stehen noch! Keines unserer Kinder hat drei Köpfe.“ Dafür schmelzen die Polkappen, Tornados kreiseln über das gerodete Land und Schlammlawinen begraben ganze Dörfer unter sich. Die einen glauben: „Das hat es schon immer gegeben.“ Die anderen wissen: „Es bleiben uns weniger als 15 Jahre, das Ruder herumzureißen, bevor es zu einer Klimakatastrophe kommt.“

Ich will das Ruder herumreißen. Da ich aber keine Ahnung habe, wie ich das wirkungsvoll anstelle, lade ich den Greenpeace-Berater Jörg Feddern zu uns ein. Bevor er da ist, schäme ich mich schon für all meine Umweltsünden, die ich gedankenlos begehe. Bestimmt wird er stumm den Kopf schütteln, wenn er all die grellfarbenen Putzmittelflaschen hinter der Klappe über dem Kühlschrank findet. Oder leise „tztztz“ machen, wenn er die Ansammlung diverser Frühstücksflockenkartons entdeckt. Ich sage es besser gleich: Unsere Tochter besitzt viele rosafarbene Lillifee-Artikel aus Plastik, die leicht kaputtgehen oder nach anfänglicher Euphorie in dem Papiermüllberg unter dem Schreibtisch verschwinden. Als Jörg Feddern – der einen handfesten Eindruck macht – seine Jacke ausgezogen hat, frage ich ihn schüchtern, ob er einen Kaffee trinken möchte. „Warum nicht?“ Na, weil der kein Fair-Trade-Produkt ist. Mit dem Thema habe ich mich noch nicht ernsthaft auseinandergesetzt, obwohl Chris Martin, der Mann von Gwyneth Paltrow, ständig Werbung dafür macht. Heute sehe ich mein Leben generell in eher schändlichem Licht. Nicht ganz zu Unrecht, denn leider produziere ich mit fast allem, was ich tue, das böse Treibhausgas CO2. Da liegt der verstörende Vorschlag mancher Experten nahe, keine Kinder mehr in die Welt zu setzen, da jedes neugeborene Leben den CO2-Ausstoß zusätzlich erhöht. Ich denke: „Wenigstens kaufe ich im Bioladen ein.“ […]

Obwohl es regnet (eigentlich regnet es immer in Hannover), fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen in die Stadt. Es ist nicht so, dass sich die Autofahrer über Radfahrer freuen. Vielmehr versuchen sie, mich von der Straße abzudrängen. Der Weg bis zum Bioladen ist also nicht der ungefährlichste, dafür aber der umweltschonendste.
Im Bioladen kenne ich mich aus. Allerdings merke ich sehr schnell, dass ich viele Lebensmittel, die ich sonst einkaufe, heute liegen lasse. Zum Beispiel meinen ayurvedischen Glücks-Tee. Leider ist der nämlich kein Erzeugnis aus Hannover, sondern stammt aus Amsterdam. Das Gleiche gilt für die Bananen. Sie kommen von noch weiter her. Der Salat wurde in Spanien geerntet, ebenso die Tomaten. Bei den Paprikaschoten gucke ich schon gar nicht mehr hin. Also kaufe ich Möhren, Äpfel, Gurken, Radieschen und Kartoffeln. Irgendetwas wird mein Mann schon daraus machen können. Zusätzlich nehme ich noch eine Dose mit geschälten Tomaten mit. Die wurden zumindest in Deutschland befüllt. Das freut mich sehr.

Aus der Kühltruhe nehme ich biologische Hühnerbrust. Bei der kann ich wenigstens sicher sein, dass den Hühnern während ihres kurzen Lebens mit Respekt und ohne Medikamente und Sojafutter begegnet wurde. Zehn Eier packe ich auch noch in meinen Wagen. Sie sind von freilaufenden Hühnern. Ich würde sagen: Das schmeckt man sogar. Butter und Milch kaufe ich auch, wobei ich beschließe, meinen Kaffee in Zukunft ohne Milch zu trinken. Die Tatsache, dass Milchkühe ununterbrochen trächtig gehalten werden, schockiert mich doch etwas. Beschämenderweise habe ich noch nie darüber nachgedacht. […]

Als ich mich auf den Rückweg mache, hat es aufgehört zu regnen. Also fahre ich noch beim Elektrohandel vorbei und besorge uns einige Energiesparlampen. Für die Rechnung muss ich fast einen Kredit aufnehmen. Eine Lampe kostet zwischen sechs und neun Euro! Das ist viel. Besonders, weil meinem Sohn gleich eine aus der Hand rutscht, als er sie aus der Packung nehmen darf.
Diese Glühbirnen sehen aber auch wirklich merkwürdig aus. Dafür machen sie hervorragendes Licht, sparen im Vergleich zur normalen Glühbirne bis zu 80 Prozent Strom ein und halten 20-mal länger. Als ich in allen Räumen die Lampen eingedreht habe, merke ich richtig, wie gut mir das tut. Und der Umwelt erst recht.[…]

Sowieso wechsle ich gerade zu einem Ökostromanbieter. Das geht ganz leicht. Im Internet einfach die entsprechende Seite aufrufen, zum Beispiel: www.lichtblick.de, und den Stromzählerstand und die Kontoverbindung angeben. Alles andere erledigt mein neuer Stromversorger für mich.

Weniger leicht fällt es mir, nicht sämtliche Leute in meinem Umkreis bekehren zu wollen. Besonders, wenn sie anfangen, von ihren geplanten Urlauben nach Rio de Janeiro zu erzählen. Ich könnte sagen: „Weißt du, wie viel CO2 du allein auf dem Hin- und Rückweg in die Luft pustest? Sieben Tonnen!“ Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Wer trotzdem nicht aufs Fliegen verzichten will oder aus beruflichen Gründen nicht kann, hat die Möglichkeit, für die von ihm verursachten Klimagase an die Organisation Atmosfair zu zahlen. Das Geld wird dann in Solar-, Wasserkraft-, Biomasse- oder Energiesparprojekte investiert. Eigentlich ist das alles gar nicht so kompliziert. Wer nicht weiß, wo er anfangen soll: auf Alufolie verzichten. Duschen statt Baden. Oder: Im Garten eine Regentonne aufstellen. Das machen wir heute. Wie gesagt: In Hannover regnet es besonders oft.

http://www.stern.de/politik/deutschland/:Alexa-Hennig-Lange
-Mein-Leben-/585435.html
 

Pinguinmonologe oder Ein Kind schadet

Die klimafreundlichste Art zu leben ist die Kinderlosigkeit.
Die nachhaltigste Art zu leben ist: die Kinderlosigkeit.
Die tierfreundlichste Art zu leben ist die Kinderlosigkeit.
Das wirksamste Mittel gegen Hunger und Armut ist: die Kinderlosigkeit.

Ich habe keine Kinder. Ich bin dadurch automatisch ein Freund der Erde. Ein Freund der Eisbären, der Pinguine. Und der Gletscher. Ein Freund der Atmosphäre. Wenn ich im Flieger sitze und mich jemand fragt, Was, Sie zahlen keinen Aufpreis für das Klima?, dann sage ich, nein, ich bin kinderlos. Ein Kind schadet der Erde mehr als 20 Interkontinentalflüge. Ein Kind schadet … Was ist das Erste, was ein Kind macht? Es stößt CO2 aus. Ein Schädling erblickt das Licht der Welt.
Wer einen Kinderwagen schiebt, schiebt Luftverschmutzung. Schiebt den Hunger nach Fleisch. Nach Fernreisen. Kinder sind Kerosin. Kinder sind kleine Steaks. Kinder sind Kleinwagen, Kinder sind Kraftwerke, Kinder sind Karriere. Also Dienstreisen. Kinder sind Verpackungsmüll. Weniger Kinder bedeutet mehr Lebensqualität. Für alle.

Kinder erwärmen nicht nur das Herz. Auch den Nordpol. Denken Sie daran.
Wer lebt, stört. Mit dem ersten Schrei CO2 ist man schuldig geworden.

Anita Vulesica in: „Alle reden vom Wetter. Die Klimarevue“

Malediven wollen gesamte Bevölkerung umsiedeln

Die globale Erwärmung bedroht die Malediven. Durch die schmelzenden Polkappen und dem damit einhergehenden Anstieg des Meerwasserspiegels ist eine zukünftige Überflutung eines Großteils der maledivischen Inseln nicht auszuschließen. Denn etwa 80 % der Inseln liegen gerade einmal einen Meter über Normalnull. Eine UN-Studie geht davon aus, dass bis zum Jahre 2100 der Meeresspiegel um 18 bis 59 cm ansteigen wird. Damit dürften einige Inseln zumindest teilweise im Meer versinken. Um sein Volk vor dem Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg der Meeresspiegel in Sicherheit zu bringen, spart der Präsident für den Umzug der gesamten Bevölkerung.

Indien und Sri Lanka seien denkbar, sagt Nasheed, aufgrund des ähnlichen Klimas. Auch Australien komme in Frage, immerhin ist es mit 21 Millionen Menschen auf rund siebeneinhalb Millionen Quadratkilometern nur dünn besiedelt.
Doch ob sich die Wunschländer des Präsidenten über den Bevölkerungszuwachs freuen würden, darf bezweifelt werden: Indien kämpft schon seit langem mit gravierender Überbevölkerung und Armut. Australien war noch bis vor kurzem bekannt für seine rigide Einwanderungspolitik. Der neue Premierminister Kevin Rudd hatte erst im Juli die automatische Internierung von Asylbewerbern ohne Visa in sogenannten Detention Camps beendet. Zudem hat Australien selbst auch im eigenen Land mit dem sich wandelnden Klima zu kämpfen.
Eigentlich, so sagt Nasheed dem „Guardian“, wolle er die Malediven gar nicht verlassen. Doch laut UNO-Klimaexperten muss bis 2100 mit einem Anstieg der Meere von 25 bis 58 Zentimetern gerechnet werden. Nasheed will gewappnet sein – und spart.

http://www.tauchen-auf-den-malediven.de/globale-erwarmung-
bedroht-die-malediven/

http://www.spiegel.de/panorama/leute

White Christmas

I’m dreaming of a white Christmas
Just like the ones I used to know
Where the treetops glisten
and children listen
To hear sleigh bells in the snow

I’m dreaming of a white Christmas
With every Christmas card I write
May your days be merry and bright
And may all your Christmases be white


written by: Irving Berlin